Montag, 25. November 2013

Abfindung gerettet - trotz Insolvenz

Auch auf eine vereinbarte Abfindungszahlung warten Arbeitnehmer in der Regel vergeblich, wenn nach der Abfindungsvereinbarung der Arbeitgeber zahlungsunfähig wird. Doch wer zu früh aufgibt, hat schon verloren.

Abfindung verloren bei Insolvenz des Arbeitgebers

Schon mehrfach finden Sie in diesem Blog oder auf abfindunginfo.de Tipps und Urteile zu Abfindungen bei Insolvenz des Arbeitgebers - siehe beispielsweise abfindunginfo.de/insolvenz-des-arbeitgebers-was-wird-mit-der-abfindung.

Allerdings kann es in seltenen Fällen dennoch zur Abfindungszahlung kommen. Die wichtigste Voraussetzung dafür: Man muss darum kämpfen.

Über einen solchen seltenen Fall einer Abfindung trotz Insolvenz berichtete der Rechtsanwalt Heiko Peter Krenz am 22.11. 2013 in der WELT. Sein Fazit:
 
"Vor dem Arbeitsgericht konnten wir daher sogar noch einen Abfindungsvergleich durchsetzen. Meine Mandantin hatte Glück im Unglück und kam mit einem blauen Auge davon. Sie hatte einen neuen Job und konnte immerhin eine Abfindungszahlung gegenüber einem insolventen Unternehmen durchsetzen. Es gilt also: Auch im Insolvenzfall kann eine Klage nicht schaden."

Quelle: WELT, 22.11.2013

Sonntag, 10. November 2013

Vodafone - bis zu Entlassungen in Düsseldorf mit Abfindung

Um Kosten zu sparen, sollen 200 bis 250 Netztechniker entlassen werden. Die Arbeit übernehmen Mitarbeiter in Rumänien. Im Sozialplan wurden dafür bis zu 2,4 Monatsgehälter für Mitarbeiter vereinbart, die einen Aufhebungsvertrag unterschreiben.

Abfindung für Vodafone-Netztechniker

Auch Vodafone lockt Kunden gern mit Sparpaketen. Über ein Vodafone-Sparpaket besonderer Art ist aber auf der Webseite von Vodafone in den "Aktuellen Pressemeldungen" noch nichts zu finden.

RP-Online meldet dagegen am 09. November 2013, dass der Vodafone-Konzern Kosten sparen will ... durch "Verlagerung" von Arbeitsplätzen ins billigere Rumänien. Betroffen sind viele Techniker, die bereits 15 oder 20 Jahre in der Firma beschäftigt sind. Geplant sei auch die "Verlagerung" von 100 IT-Arbeitsplätze nach Indien.

In den Medien wurde über dieses Vodafone-Sparpaket auch schon vor einem reichlichen halben Jahr berichtet. So hieß es beispielsweise in faz.net am 15.04.2013:

"Der Mobilfunkanbieter baut um in Deutschland: 500 Stellen sollen wegfallen, Aufgaben nach Rumänien und Indien ausgelagert werden. Und die Einstiegsgehälter gesenkt werden"
...
- weiter lesen auf RP Online: http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/vodafone-verlagert-jobs-nach-rumaenien-aid-1.3803409 250 Netztechniker gehen: Vodafone verlagert Jobs nach Rumänien

Dem Betriebsrat gelang jedoch die Vereinbarung eines Sozialplans mit überdurchschnittlichen Abfindungen.
"Mehr als 15 Jahre lang galt das Unternehmen als eines der harmonischsten in der Region, doch seitdem der frühere McKinsey-Berater Schulte-Bockum im Frühling einen harten Sparkurs angekündigt hatte, gab es Ärger."
Vorausgegangen sind dem mehrfache Streikankündigungen und Proteste der Mitarbeiter gegen die Eröffnung der neuen Firmenzentrale.

Das eingesparte Geld soll unter anderem genutzt werden, um Smartphones künftig großzügiger zu bezuschussen als bisher und damit Kunden zu ködern und zu behalten - siehe auch in den Vodafone-Pressearchiv.

Quelle: rp-online, 09.11.2013

Zum strategischen Poker im Hintergrund, siehe auch rp-online, 05.11.2013
...
- weiter lesen auf RP Online: http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/vodafone-verlagert-jobs-nach-rumaenien-aid-1.3803409 250 Netztechniker gehen: Vodafone verlagert Jobs nach Rumänien
...
- weiter lesen auf RP Online: http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/vodafone-verlagert-jobs-nach-rumaenien-aid-1.3803409 250 Netztechniker gehen: Vodafone verlagert Jobs nach Rumänien
...
- weiter lesen auf RP Online: http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/vodafone-verlagert-jobs-nach-rumaenien-aid-1.3803409 250 Netztechniker gehen: Vodafone verlagert Jobs nach Rumänien

...
- weiter lesen auf RP Online: http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/vodafone-verlagert-jobs-nach-rumaenien-aid-1.3803409 250 Netztechniker gehen: Vodafone verlagert Jobs nach Rumänien
...
- weiter lesen auf RP Online: http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/vodafone-verlagert-jobs-nach-rumaenien-aid-1.3803409 250 Netztechniker gehen: Vodafone verlagert Jobs nach Rumänien

Freitag, 8. November 2013

Urteil: Keine Abfindung für ehemalige Mitarbeiter der Frankfurter Rundschau

Richter des Frankfurter Arbeitsgericht fällen Urteil: weiterhin keine Abfindung für ehemalige Mitarbeiter der „Frankfurter Rundschau“.

Abfindung kaum Chancen bei Insolvenz des ehemaligen Arbeitgebers


Bereits im Juni wurde in diesem Blog über den Kampf von ehemaligen Beschäftigten der Frankfurter Rundschau um ihre Abfindung berichtet.

Neunzehn ehemalige Beschäftigten klagten gegen die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg vor dem Frankfurter Arbeitsgericht. Sie wollten gegen die Mediengruppe ihre Abfindung einklagen. Doch die Richter wiesen die Klage ab, weil eben nicht die Mediengruppe Vertragspartner der Abwicklungsverträge gewesen sei, sondern die Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH und deren Tochter FR Publishing GmbH.

Beide Gesellschaften sind insolvent. Doch für die Abfindung muss die Konzern-Obergesellschaft, die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg nicht die Auszahlung übernehmen.

Fazit: Die "schönste" Abfindung ist nichts wert, wenn der Vertragspartner nicht mehr zahlen kann. Gerade wenn die Abfindunsgvereinbarung und der Auszahlungstermin weit auseinanderfallen - beispielsweise bei Verschiebung der Abfindung in ein Folgejahr - sollten Arbeitnehmer auf die Absicherung der Zahlung achten. 

Quelle: Focus, 07.11.2013

Siehe auch: Insolvenz des Arbeitgebers – was wird mit der Abfindung?
 

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Abfindungen für Opel Mitarbeiter in Bochum

Ein Abfindung erscheint für die Mitarbeiter in der Getriebefertigung des Bochumer Opel-Werkes möglicherweise als Trost für den verlorenen Arbeitsplatz. Sie hatten am 07.10.2013 die letzten Getriebe montiert. Wie könnte ihre Abfindung aussehen?

Abfindung - abhängig von Alter, Beschäfttigungsdauer und Gehalt

Das Abfindungsangebot beruht auf dem Sozialplan aus dem Jahr 2011, der für den Abbau von 600 Stellen galt.

Sie soll berechnet werden nach der Formel:

Abfindung = Alter x Beschäftigungsdauer x Gehalt / 35

Beispiel:

40 Jahre (Lebensalter) x 15 Jahre Betriebszugehörigkeit x 3.100 Euro monatliches Bruttoentgelt = 53.142 Euro

Von dieser Abfindungssumme gehen dann noch die Steuern - gegebenenfalls nach der "Fünftelregelung" ab.

Maximal werden wohl nach Presseinformationen nur 24 Jahre Betriebszugehörigkeit anerkannt.

Diese Abfindung kann noch durch eine "Turboprämie" von bis zu acht Monatsgehältern aufgestockt werden.

Zum Vergleich: Die sogenannte "Regelabfindung" gemäß Kündigungsschutzgesetz betrüge 0,5 Monatsgehälter für jedes Beschäftigungsjahr bei Opel - in dem Fall also etwa 23.000 Euro. Auch im Verhältnis zu sonst üblichen Abfindungen ist das keine schlechte Lösung für die Opel-Mitarbeiter.

Außer der Abfindung erhalten die Betroffenen bei einem Wechsel in eine Transfergesellschaft zum 01.01.2014 für maximal 1 Jahr Transfer-Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 oder 67 Prozent des Nettolohns nach den Berechnungen der Arbeitsagentur. Opel stockt den Betrag dann auf 80 Prozent auf.

Wer dann immer noch keinen neuen Arbeitsplatz gefunden hat, würde Arbeitslosengeld I für die volle Bezugszeit erhalten.

Für einen verheirateten Arbeitnehmer ohne Kinder in der Steuerklasse IV würde das etwa nochmals 19.000 Euro ergeben.
   
Eine andere Möglichkeit wäre, einen Arbeitsplatz bei Opel - vorübergehend - zu behalten. Dazu müssten sich die Mitarbeiter für die Fahrzeugfertigung umschulen lassen. Sie könnten danach ins Werk I wechseln, das aber Ende 2014 ebenfalls geschlossen werden soll, oder an einen anderen Opel-Standort in Deutschland wechseln.

Quelle: WAZ/derwesten.de, 07.10.2013

siehe auch: "Ein unmoralisches Angebot 

Nachtrag:  radiobochum.de, 04.11.2013

Nach einer Meldung von Radio Bochum will die Mehrheit der 300 Opelaner aus dem Getriebewerk freiwillige eine Abfindung oder in ein anderes Opelwerk wechseln. Radio Bochum beruft sich für diese Meldung auf den Sprecher des Bochumer Werks.

Montag, 7. Oktober 2013

Insolvenz - Abfindung steht in den Sternen

Zehn Jahre auf Abfindung warten ... und noch keine Aussicht auf Auszahlung. Bittere Wahrheit für 640 ehemalige Mitarbeiter der Rheinhauser Firma „Haustadt & Timmermann“. Sie warten noch immer auf Geld, das ihnen aufgrund eindeutiger Urteile der Amtsgerichte zusteht.

Klage auf Abfindungsanspruch - Insolvenzverwalter geht in Berufung


Bereits einmal versuchte der Insolvenzverwalter die Ansprüche mit der Begründung abzulehnen, die Ansprüche aus dem Sozialplan seien verjährt. Schließlich soll er ja die Interessen der Gläubiger schützen. Die ehemaligen Beschäftigten , die insgesamt um 4,1 Millionen Euro Abfindung kämpfen, sollen jedoch möglichst nichts aus der Insolvenzmasse von 23 Millionen Euro bekommen.

Doch das Gericht entschied in jedem Einzelfall zugunsten der ehemaligen Mitarbeiter. Sollte auch das Landgericht für die Mitarbeiter entscheiden, erwägt der Insolvenzverwalter den Gang vor das Bundesarbeitsgericht in Erfurt.

Frank Rehe, ehemaliger Personalleiter des 2003 gescheiterten Unternehmens hofft, dass alle endlich ihre Abfindungen erhalten.

Quelle: derwesten.de, 07.10.2013

Montag, 23. September 2013

18,8 Millionen Euro Abfindung - kann das eine Sünde sein?

Stephen Elop, Nokia CEO, erhält 18.8 Millionen Euro Abfindung. Während seiner dreijährigen Amtszeit verlor Nokia fast 20 Milliarden Euro an Marktwert. Dem finnischen Wirtschaftsminister Jan Vapaavuoridarf fällt es schwer, diese "Belohnung" zu verstehen.

Quelle: AFP in Handelsblatt, 30.04.2014
Sicher lässt sich trefflich streiten, welchen Anteil Stephen Elop an den Nokia-Verlusten hat. Unbestritten bleibt: Nokia hat in der Amtszeit (weiter) an Marktwert verloren. Und dafür gibt es eine Entschädigung für den CEO, in dessen Händen in dieser Zeit die Verantwortung lag.

Unbestritten ist auch: Die Abfindung zu zahlen ist eine souveräne unternehmerische Entscheidung ... die die Nokia-Kunden bezahlen und die Nokia-Mitarbeiter erarbeiten.

Ob es ein Trost für Kunden und Mitarbeiter ist, dass für andere CEOs auch schon dickere Abfindungen geflossen sind?

Nachtrag:

"Der Verkauf von Nokias Handy-Sparte an Microsoft hat den früheren Nokia-Chef Stephen Elop gut 24 Millionen Euro reicher gemacht. Das geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht von Nokia hervor. Die Abfindung fiel dank gestiegener Aktienkurse rund ein Viertel höher aus als ursprünglich angekündigt. Aktien machen mit gut 20 Millionen Euro den Großteil des Pakets aus. Microsoft übernimmt 70 Prozent der Abfindung."
Der CEO geht, weil die Firma an Boden verlor - dann steigen die Aktienkurse ... und der geschasste CEO profitiert. Ist das nicht ein cleveres Geschäftsmodell?

Quelle: Mobilegeeks, 21.09.2013, Handelsblatt, 30.04.2014

 

Montag, 16. September 2013

Dicke Abfindung im Einzelhandel - Absolute Ausnahme

Eine "dicke Abfindung" im Einzelhandel ist eine absolute Ausnahme. Famila-Mitarbeiter in Löhne haben es geschafft und sich zudem den Übergang in eine Transfergesellschaft erkämpft.

Abfindung in Höhe von 1,15 Bruttomonatseinkommen

In der Löhner Filiale der Supermarktkette Famila haben 81 Beschäftigten Aufhebungsverträge erhalten. Der Betriebsrat hat mit Unterstützung von Rechtsanwalt Stefan Chatziparaskewas ausgehandelt, dass die Mitarbeiter bis zum 24. September in eine Transfergesellschaft wechseln können.

Zudem bekommen die Beschäftigten des Stammpersonals eine Abfindung in Höhe des 1,15-fachen Bruttomonatseinkommens pro Beschäftigungsjahr.
"Das bedeutet für viele Mitarbeiter, die seit mehr als 20 Jahren im Lebensmittelmarkt auf dem Wittel arbeiten, fünfstellige Summen. Davon müssen allerdings noch Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden."
Steuern ja - Sozialabgaben - nein. Hier wird den Mitarbeitern sicher ein Blick auf abfindunginfo.de Klarheit verschaffen.

Interne Stellenangebote für Filialen, in denen die Mitarbeiter weiterbeschäftigt werden können, werden den Betroffenen dagegen kaum nützen, weil sie in entfernten Regionen, wie bespielsweise in Schleswig liegen.

Quelle: nw-news.de, 15.09.2013

Haftungsvermeidung und Reputationsrisiko bei Abfindung. Was das Finanzamt über Sie weiß, bevor Sie die Steuererklärung überhaupt abgeben. ...