Samstag, 3. September 2022

Job weg? - Mit Coaching zum Traumjob

Job weg? - Mit Coaching zum geht es leichter und schneller zum Traumjob. Coaching ist eine professionelle Begleitung in allen Phasen der Arbeitssuche

Coaching zum Traumjob

Coaching hilft, selbst Lösungen zu finden
(djd). Stellenanzeigen durchstöbern, Bewerbungen schreiben, Vorstellungsgespräche meistern – die Jobsuche gehört bei vielen Menschen nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen. 

Heute gibt es in Deutschland zahlreiche Coaches, die sich auf das Thema spezialisiert haben und ihren Klientinnen und Klienten bei jedem dieser Schritte zur Seite stehen - beispielsweise in einem Abfindungscoaching.

 Antworten im Verlauf des Coachings selbst erarbeiten

Zu Beginn eines solchen Coachings steht der Austausch über die eigenen Wünsche und Ziele. „Manche Klientinnen und Klienten möchten im Vorstellungsgespräch sicherer auftreten, andere wollen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen“, berichtet Coach Gerjet Kleine-Weischede vom Institut für Berufliche Bildung (IBB). Der Bildungsträger bietet passende Einzel- oder Gruppenangebote sowie Online-Coachings an, Infos gibt es zum Beispiel unter www.ibb.com. Bei den weiteren Treffen, so Kleine-Weischede, erarbeite man mithilfe von erprobten, kreativen Methoden den individuellen Lösungsweg: "Es geht nicht darum, dass der Coach Antworten auf die Fragen des Klienten gibt. Das Ziel ist, dass man sich diese Antworten im Verlauf des Coachings selbst erarbeitet."

 Gruppencoaching: Austausch mit Gleichgesinnten kann hilfreich sein

Die letzte Phase des Coachingprozesses ist eine Art Verlaufskontrolle: Was sind die letzten Schritte? Wie gehts nach dem Coaching weiter? „Ich weiß mich jetzt besser zu bewerben und mich vorzustellen“, resümiert etwa Cenk Aktas seine Erfahrungen mit dem Einzelcoaching beim IBB. Er wisse nun, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Neben dem klassischen Einzelcoaching bieten Bildungsträger auch Gruppencoachings an. „Der Austausch mit Gleichgesinnten kann helfen, die eigene Situation klarer zu sehen“, erklärt Kleine-Weischede. Auch eine Kombination aus Einzel- und Gruppencoaching sei möglich, genauso wie die Ergänzung durch fachliche Weiterbildungen und vor allem durch eine Bewerbungsunterstützung.

Coaching kann vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit gefördert werden.

Online-Coaching ist möglich
Ein professionelles Coaching kann beispielsweise mit einem sogenannten „Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein“ (AVGS) vom Jobcenter oder von der Agentur für Arbeit finanziert werden. Diesen kann man bei zertifizierten Anbietern einlösen. Voraussetzung dafür ist, dass man arbeitssuchend oder von Arbeitslosigkeit bedroht ist. Das kann zum Beispiel auch Hochschulabsolventen, Berufsrückkehrer und Selbstständige betreffen.

Ebenfalls übernehmen mitunter Unternehmen und Transfergesellschaften solche Leistungen in Form von Outplacmentberatung als steuerlich geförderte "soziale Fürsorgeleistung".

Fazit

(djd). Stellenanzeigen durchstöbern, Bewerbungen schreiben, Vorstellungsgespräche meistern – die Jobsuche gehört bei vielen nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen. Heute gibt es zahlreiche Coaches, die sich auf das Thema spezialisiert haben und ihren Klienten bei jedem dieser Schritte zur Seite stehen.

Den Beginn eines solchen Coachings bildet der Austausch über die eigenen Wünsche und Ziele. Der Bildungsträger bietet Einzel- oder Gruppenangebote sowie Online-Coachings an, Infos gibt es zum Beispiel unter www.ibb.com. Ein Coaching kann vom Jobcenter und von der Agentur für Arbeit gefördert werden.

Samstag, 18. Dezember 2021

Stellenabbau - weiter auf Erfolgskurs

"Stellenabbau - weiter auf Erfolgskurs" - das ist keinesfalls zynisch oder sarkastisch gemeint. Die Überschrift lässt lediglich unterschiedliche Sichtweisen erkennen.

Stellenabbau - eine seltene Erscheinung?

Stellenabbau
Ich habe mal kurz heute nach Online-Nachrichten der letzten zwei Monate unter dem Stichwort "Stellenabbau" geschaut. Es scheint keine Branche davon verschont zu sein. Nicht einmal das Gesundheitswesen.

Wie Rechtsanwalt Johannes von Rüden am 18.11.2021 schreibt, planen wohl C&A, Zara und Esprit Filialen nach einem Bericht vom 18.11.2021 zu schließen. 

C&A will in den kommenden Jahren 100 der rund 450 C&A-Filialen in Deutschland schließen.

"Auch Zara und Esprit wollen Medienberichten zufolge Filialen schließen. Das französische Modeunternehmen Pimkie wolle sogar rund die Hälfte der 75 Filialen in Deutschland schließen. Auch hier sei der wachsende Online-Handel der Grund, da die junge Zielgruppe zunehmend im Internet einkaufe."

Die Hamburger Traditionswerft Blohm+Voss reduziert ebenfalls Stellen. In der Hamburger Morgenpost (23.11.2021) heißt es, so 

"sollen nach Angaben der IG Metall 133 Arbeitsplätze abgebaut werden. Bisher war von maximal 100 Jobs die Rede gewesen."

Robert Bosch GmbH plant ca. 700 Arbeitsplätze am Standort Bühl/Bühlertal zu streichen und die Arbeitsplätze teilweise nach Osteuropa zu verlagern. Kulanterweise will das Unternehmen diese "Schlankheitskur" bis zum Jahr 2025 strecken.

Die IG Metall befürchtet, dass sogar bis zu 1.000 Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden.

Weiter heißt es in einem Bericht auf juraforum (22.11.2021) zu den Planungen des Untrnehmens:

"Die Robert Bosch Elektronik Thüringen GmbH will ihre Geschäftstätigkeit ganz einstellen, weil keine Aufträge mehr vorhanden sind.

100 der 160 Arbeitsplätze sind hier betroffen; es würden aber Arbeitsplätze am Standort in Eisenach und im bayerischen Ansbach angeboten.

Als Grund für die Einschnitte bei Bosch wird der Strukturwandel durch den Abschied vom Verbrenner genannt."

Die Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Dialyseprodukten und Dialysedienstleistungen. Diese sind überlebensnotwendig, um Menschen mit chronischem und akutem Nierenversagen medizinisch zu versorgen. Auf dem juraforum (02.12.2021) ist zu lesen:

"In Deutschland sollen bis zu 750 Arbeitnehmer von 7.400 ihren Job innerhalb von 2-3 Jahren verlieren.

Die Gewerkschaft IG BCE und der Betriebsrat von Fresenius Medical Care sind entsetzt.

Der Stellenabbau soll alle Bereiche am Hauptsitz in Bad Homburg betreffen und auch weitere Standorte in Deutschland."

Als Begründung führt der Autor mit Verweis auf das Unternehmen an:

"Fresenius Medical Care begründet die Streichung von Arbeitsplätzen mit dem Wunsch nach schlankeren Strukturen und der Kostensenkung bis 2025 in Höhe von 500 Millionen Euro.

Aber auch die Corona-Pandemie setzt Fresenius Medical Care zu, da viele Dialyse-Patienten an dem Covid19-Virus verstorben sind."

Ist dieser Stellenabbau auch 

"Ein Beitrag zum 25-jährigen Firmenjubiläum von Fresenius Medical Care."

Vor einem Jahr übernahm der französische Konzern Alstom die Waggonbauwerke von Bombardier in Görlitz und Bautzen. Kaum ist die "Schonfrist" gem. BGB § 613a abgelaufen, will der französische Zug- und Bahntechnikhersteller Alstom nach Meldungen des mdr in der Oberlausitz hunderte Arbeitsplätze streichen.

"Vom Konzern hieß es, man müsse eine "Anpassung der Positionen in der Fertigung" vornehmen. Dafür sei an den Standorten Bautzen, Görlitz sowie Salzgitter in Niedersachsen eine Spanne von 900 bis 1.300 Stellen im Gespräch."
In diesem Fall will angeblich die Bundesregierung Arbeitsplätze von Alstom retten, wie der ZEIT am 14.12.2021 zu entnehmen ist.  14.12.21

Wie Blohm+Voss will auch die emsländische Papenburger Meyer Werft wegen der Krise in der Kreuzfahrt-Branche insgesamt 450 Stellen abbauen, meldet der NDR am 16.12.2021.

Bei Daimler hatte CEO Ola Källenius bereits 2020 massive Stellenstreichungen angekündigt. Es solle ein „kleineres Unternehmen“ übrig bleiben. Die Mitarbeiter sehen das nach einem Bericht auf br24 (17.12.2021) wohl nicht besonders optimistisch.

"Ein kleineres Unternehmen bedeutet aber auch: Weniger Beschäftigte. Daimler droht nunmehr in sechs deutschen Werken ein massiver Stellenabbau. 20.000 Jobs sollen bedroht sein. Die Mitarbeiter der Daimler AG reagierten auf die immer neuen, schlechten Nachrichten zusehends verzweifelt.

Bereits nach der Ankündigung des Konzern-Chefs Diess zum Abbau von 30.000 Stellen bei VW hieß es aus der IG Metall am 13.10.2021, dass der Abbau von Arbeitsplätzen in der gesamten Branche in vollem Gang ist. 

"Die Beschäftigung in der deutschen Autoindustrie sank 2019 um 1,3 Prozent. 2020 schrumpfte die Zahl der Beschäftigten noch stärker um 2,6 Prozent."

Auch in der Energiebranche sind Arbeitsplätze bedroht. Der Energiekonzern E.on ("Ihr zuverlässiger Energieversorger") plant laut Pressemeldung vom 18.12.2021 weltweit bis zu 11.000 der 80.000 Arbeitsplätze abzubauen.

"In Deutschland sollen bis zu 3.000 Beschäftigte in den Vorruhestand gehen, bis zu 2.500 Beschäftigte sollen in eine Transfergesellschaft wechseln, und 500 Stellen sollen durch das Auslaufen befristeter Verträge wegfallen...

Ein E.on-Sprecher sagte der Zeitung: 'Die Größenordnung des Stellenabbaus in Deutschland wird bei rund 6.000 liegen.' Zugleich betonte er: 'Wie viele Arbeitsplätze über welches Instrument abgebaut werden, lässt sich noch nicht sagen.'"

Diese massenhafte Vernichtung von Arbeitsplätzen hat schon lange vor der "Corona-Plandemie".

Das wird auch in den "Qualitätsmedien" hin und wieder dokumentiert. So berichtete "Das Erste" im März 2021 über Douglas und H&M:

"Die Kündigung kam per Videoclip von Konzernchefin Tina Müller: 'Liebes Douglas-Team, es tut mir von Herzen leid, dass ich euch zusammen mit Nicole heute informieren muss, dass wir unser Filialnetz mehr verkleinern werden…'

Mehr als 500 Mitarbeiterinnen verlieren dadurch ihren Job. Deutschlandweit wurden 56 Filialen geschlossen – das ist jede siebte. Sogar profitable Filialen sind dabei – wie interne Dokumente zeigen, die Plusminus vorliegen. Der Grund für die Schließungen sei, dass unter anderem Corona das stationäre Geschäft kaputt gemacht habe."

Angesichts von Milliardengewinnen der Konzerne fragten die Moderatoren von plusminus:

"- Nutzen Unternehmen die Corona-Krise zum Stellenabbau?
 - Douglas, H&M und Continental schließen Filialen, Shops und Werke
 - Vorwurf: Die Krise wird nur als Vorwand für Umstrukturierungen genutzt"
Im gleichen Beitrag kommentiert der Arbeitsrechtler Peter Schüren ein sogenanntes "Freiwilligenprogramm" von H&M als "guten Schachzug", um Eltern und Alleinerziehende, Langzeiterkrankte und Schwerbehinderte sowie "zeitlich eher unflexible Arbeitskräfte" aus dem Unternehmen zu locken.
 
"Denn gerade diese Angestellten sind bei Kündigungen besonders geschützt. 'Na ja, wenn man Menschen dazu kriegt, ihren Arbeitsplatz aufzugeben, die kleine Kinder haben, die auf diesen Arbeitsplatz besonders angewiesen sind, dann hat man daraus Vorteile, weil die zu kündigen fast nicht möglich ist. Man wird also Leute los durch Aufhebungsverträge die man praktisch kaum kündigen kann.'

Über schwierige Fälle, die schon jetzt freiwillig gehen, muss H&M mit den Gewerkschaften dann nicht mehr verhandeln. Allerdings: Wer jetzt freiwillig geht, ist auf sich allein gestellt. 'Es gibt keine Nachverhandlungen – Du nimmst das oder du hast Pech gehabt. Dann suchen Sie sich andere Wege, Dich loszuwerden', berichtet ein H&M-Mitarbeiter."

"Weiter auf Erholungskurs"

Wer diese Meldungen aliest oder vielleicht gar selbst von Stellenabbau bedroht ist, liest möglicherweise leicht verwundert den Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur vom 30.11.2021:
„Am Arbeitsmarkt hat sich die Erholung der letzten Monate fortgesetzt. Folgen der aktuellen, besorgniserregenden Corona-Situation in Deutschland zeigen sich bislang kaum.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, heute anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg.

Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im November 2021 gegenüber dem Vormonat weiter deutlich verringert, und zwar um 60.000 auf 2.317.000. Saisonbereinigt hat sie damit um 34.000 abgenommen. Gegenüber dem November des vorigen Jahres ist sie um 382.000 geringer. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent, 0,8 Prozentpunkte niedriger als im November 2020.

Die Unterbeschäftigung, die auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, lag im November bei 3.095.000 Personen. Das waren 401.000 weniger als vor einem Jahr."

Na dann ist ja die Welt wieder in Ordnung.

Eventuell ist es jedoch hilfreich, zumindest einige Tipps zu kennen, wie man mit einer "Bedrohungslage Stellenabbau" umgehen kann.

 


Freitag, 8. Oktober 2021

Keine Arbeit, weil Produktion sinkt, aber Gewinne steigen

"Keine Arbeit" trifft nicht nur Arbeitslose, sondern auch Kurzarbeiter, geringfügig Beschäftigte, Frührentner. Doch keine Arbeit kostet Geld - unser Geld!

Keine Arbeit - Gewinne steigen

Im Opel-Werk in Eisenach ruht bis Anfang kommenden Jahres die Produktion. Allen Autoherstellern fehlen seit Monaten vor allem Halbleiter für elektronische Steuergeräte. Der "Ausweg": Fließbänder anhalten - minunter über Monate.

Ein scheinbarer Widerspruch: Trotz voller Auftragsbücher wird kaum produziert bei Mercedes-Benz, Volkswagen, Ford oder BMW...

Demgegenüber wachsen die Gewinne der Unternehmen. Im ersten Halbjahr stiegen sie trotz massiver Produktionsausfälle auf ein Rekordniveau.

"71,5 Milliarden Euro verdienten die 16 größten Autokonzerne der Welt laut einer Auswertung von EY bis zum Sommer ... Die deutschen Hersteller kamen dabei auf eine Marge von 11,2 Prozent, bei BMW betrug sie sogar 14,5 Prozent. Gebaut werden vorrangig diejenigen Modelle, die dem Unternehmen am meisten Gewinn bringen." (welt.de, 03.10.2021)
Das Geschäftsmodell - mehr Gewinn trotz weniger Produktion - funktioniert nur, weil "abhängig beschäftigte Politiker" ihren Beitrag leisten, die Gewinne zu privatisieren und die Kosten zu sozialisieren. Denn Kunden und Steuerzahler müssen kurz- und langfristig die Lasten tragen, auch wenn sie scheinbar zunächst gering sind.
"Dank IG-Metall-Verträgen sind die Abschläge für die Beschäftigten überschaubar. In Eisenach etwa stockt der Stellantis-Konzern, zu dem Opel gehört, das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent des Lohns auf. Die Arbeiter haben also bis 2022 frei und bekommen trotzdem nur zehn Prozent weniger Geld." (welt.de, 03.10.2021)
Was glauben die Leute eigentlich, wie lange dieses Modell der "Schadensminderung" funktioniert?
"Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d.h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln." (MEW Bd. 23 S. 591)
So notwendig es kurzfristig für Beschäftigte und Gewerkschaften ist "Schadenersatz" für Arbeitsausfall auszuhandeln, dauerhaft hilft nur Arbeit auszuhandeln.

Kurzarbeitergeld oder gar Abfindungen sind nur Placebos für Arbeit.

Sonntag, 11. April 2021

Teile und herrsche - wie Continental das Spiel beherrscht


Bereitgestellt von finanzen.net

"Divide et impera" ("Teile und herrsche") - nach dieser Maxime sicherte schon das alte Rom seine Macht. Heute wird es mehr denn je praktiziert.

Continental teilt seine Standorte neu auf

Wie andere Konzerne sucht auch Continental ("The Future in Motion") ständig nach den günstigsten Verwertungsbedingungen für das Kapital der Großinvestoren - und steigert damit Aktienkurs und Dividende. Für viele Beschäftigte bedeutet demgegenüber der Firmenslogan "The Future in Motion"- "In Zukunft fliegst du raus".

Ob sie bei diesen Zukunftsaussichten tröstet, dass auch Conti-Technikchef Dirk Abendroth den Konzern verlassen hat, darf bezweifelt werden.

Im Continental-Werk im südhessischen Babenhausen sollen dafür in den nächsten Jahren 1.900 der rund 3.300 Jobs vernichtet werden.  

Endgültig will der Autozulieferer Fertigung und Teile der Entwicklung im hessischen Werk Babenhausen bis 2028 schließen.

Auch die Produktion im Elektronik-Zulieferwerk im hessischen Karben soll bis 2024 eingestellt werden. Dabei verlieren nochmals rund 1.100 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz.

Das Aachener Reifenwerk soll bis Ende 2021 geschlossen werden. Auch hier stehen rund 1.800 Beschäftigte vor dem Aus.

Im Zuge dieser "Neuausrichtung des Konzerns" sollen bis Ende des Jahrzehnts 30.000 Stellen in profitablere Länder verlagert, gestrichen oder für neue Qualifikationen umgewandelt werden. Allein in Deutschland sind davon 13.000 Arbeitsplätze betroffen.

Wo Continental bessere AusbeutungsVerwertungsbedingungen findet

Es gibt in anderen Teilen der Welt halt mehr zu verdienen!

"Continental kommt nach Novi Sad, Arbeit für 500 Ingenieure" meldete serbiennachrichten.com schon am 29.05.2017.

In dem Artikel hieß es damals:

"'Serbien geht mit der Firma Continental in die ‚höhere Liga‘ ein, da diese Firma in Novi Sad arbeit für 500 Ingenieure bieten wird, mit einem Bruttogehalt von etwa 2300 Euro', erklärte Premier Aleksandar Vucic. Er sagte, gegen Ende des Jahres könnte das Durchschnittsgehalt in Serbien 440 € oder 445 € betragen."
2018 wurde in serbischen Medien berichtet, dass der Konzern für die Eröffnung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums in Novi Sad rund 9,5 Millionen Euro Subventionen bekommen habe. In diesem Zentrum waren die Arbeitsplätze für rund 500 Ingenieure.

Damals kritisierten vor allem einheimische IT-Firmen, dass der Staat ihnen im Gegensatz zu Continental keine Unterstützung gewährt. Zudem befürchteten zahlreiche Firmen, dass Continental ihnen nun die stark umworbenen Mitarbeiter durch höhere Gehälter abwerben könnte und damit die potenzielle Konkurrenz kaputt macht.

Am 01.04.2021 berichteten nun serbische Medien, dass das deutsche DAX-Unternehmen für das Werk in Novi Sad vom serbischen Staat Subventionen in Höhe Unterstützung in Höhe von rund 28 Millionen Euro erhalte - dreimal soviel wie 2018. Das Geld soll bis 2023 ausgezahlt werden, bis dahin soll Continental auch 500 Festangestellte in dem Werk haben.

Vor 30, 40 Jahren hätten Gewerkschaften und linke Parteien in den betroffenen Ländern vielleicht ihre Mitglieder zu solidarischem Handeln aufgerufen: "Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!"

Heute gilt wohl: jeder ist sich selbst der Nächste.

"Arbeitnehmervertreter kritisierten den Beschluss des Konzerns. Michael Vassiliadis, der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE, sprach von einem 'Kahlschlag-Konzept'. 'Continental hat die gesamte Mannschaft vor den Kopf gestoßen, die eigene Unternehmenskultur beschädigt und die betriebliche Mitbestimmung mit Füßen getreten', sagte er."
Für die Beschäftigten in Deutschland heißt das dann wenigsten zu retten, was zu retten ist. Hoffentlich gelingt es den Beschäftigten, die Arbeitsplatzvernichtung vor allem in Aachen und Karben wenigstens mit einer Sozialplanabfindung abzufedern.

Doch selbst dann sollten die Betroffenen noch die Fallen beachten, die mit Abfindungen nach Sozialplan verbunden sein können, beispielsweise bei einer "Sprinterprämie", oder kinderbezogenen Leistungen und mehr...

Samstag, 13. März 2021

Arbeitslosigkeit durch Stellenabbau und Insolvenzen

Arbeitslosigkeit durch Stellenabbau und Insolvenzen wird immer noch mit "Corona-Hilfen" hinausgezögert, auch wenn diese den Titel "Hilfe" kaum verdienen.

Arbeitslosigkeit infolge der "Corona-Pandemie"

Noch immer hoffen viele Unternehmen und deren Beschäftigte der Pleitewelle zu entgehen, die die "Corona-Wahndemie" ausgelöst hat. Auch wenn es ungerechtfertigt ist, alle negativen Wirtschaftsentwicklungen auf "Corona" zu schieben, bleibt doch, dass die Politik zahlreiche Unternehmen in existentielle Schwierigkeiten bringt oder gat in die Pleite treibt.

Die Liste auf corona-blog.net wird täglich länger. Sie liest sich fast wie Todesanzeigen in der Regionalzeitung.

Doch noch immer akzeptieren die meisten Bundesbürger die Außerkraftsetzung des Grundgesetzes, die die Grundrechte, darunter auch die wirtschaftliche Tätigkeit strangulieren. Und in den großen Medien wird mehr über die tollen aussichten nach dem Lockdown spekuliert, als die schnellste Rückkehr zur Normalität gefordert.

Einzelne Richter haben bisher in Urteilen Lockdown und andere Einschränkungen gekippt. Beispielsweise hat das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes die beim „Corona-Gipfel“ von Kanzlerin und Länderchefs vereinbarten Corona-Auflagen für Geschäfte außer Kraft gesetzt. 

Zunehmend gibt es auch einen "stillen Widerstand" gegen die Corona-Regeln. Aber für viele Unternehmen und deren Beschäftigte gibt es immer weniger Chancen.

Wohl denen, die wenigstens noch auf eine Abfindung hoffen können.


 

Mittwoch, 3. Februar 2021

Siemens Energie - 3.000 Stellen sollen in Deutschland abgebaut werden

Siemens Energie soll 3.000 Stellen in Deutschland abbauen, 7.800 insgesamt an allen Standorten. Die Anleger können sich über den Konzerngewinn freuen.

Siemens - Gewinn und Stellenabbau 

Der Siemens-Konzern verabschiedet sich von seinem Chef Joe Kaeser. Kaeser stand mehr als sieben Jahre an der Spitze des Unternehmens. Neuer Chef ist Roland Busch, der in seinem ersten Geschäftsquartal mit einem satten Gewinn von 1,5 Milliarden Euro startet. Dafür müssen bis 2025 insgesamt 7.800 Mitarbeiter gehen – 3.000 davon in Deutschland. 

Betroffen sind vor allem die Bereiche Verwaltung, Vertrieb und Management. Für den Stellenabbau soll durch ein "sozialverträgliches" Konzept mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt werden.

Nochmals zum verdeutlichen: 

Die 1,5 Milliarden Euro Konzerngewinn sind ein Plus von 38 Prozent im Vergleich mit dem von der Corona-Krise noch nicht belasteten Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn im industriellen Geschäft belief sich gar auf 2,128 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte auf vergleichbarer Basis um 7 Prozent auf knapp 14,1 Milliarden Euro. Das ist die Konzernbilanz. Die Anleger freut es.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat schlugen der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2020 eine Dividende in Höhe von 3,50 Euro pro Aktie auszuschütten.

 

Gleichzeitig ist für Siemens Energy vier Monate nach dem Börsengang der Abbau von 7.800 Jobs geplant.

Begründet wird dies mit einem Überangebot an Gasturbinen auf dem Weltmarkt und sinkender Nachfrage nach Siemens-Technik für Kohlekraftwerke. Daran hätten auch die zahlreichern Neubauten in China und Indien nichts geändert.

Ob sich die Mitarbeiter, die entlassen werden, auch so über das Konzernergebnis freuen?

 

Freitag, 29. Januar 2021

Commerzbank baut 10.000 Stellen ab

Die Commerzbank will 10.000 Vollzeitstellen streichen. Interessant ist dabei der Blick auf ein paar Folgen.

Commerzbank-Vorstand entscheidet 10.000 Vollzeitstellen zu streichen

Die Commerzbank reiht sich ein in die Unternehmen, die in den nächsten Monaten massenhaft Stellen abbauen. Über die Gesellschafter der Bank lässt sich auf wikipedia nachlesen:

"Die Commerzbank ist Mitglied der Cash Group. Mit einer Beteiligung von über 15 Prozent ist die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH größter Einzelaktionär."

Im Rahmen des "Restrukturierungsprogramms" hat das Commerzbank-Management entschieden, 10.000 Vollzeitstellen zu streichen. Das wird verbunden mit der Schließung von 550 Fillialen. Von 1.000 Filialen sollen nur noch 450 erhalten bleiben. In Deutschland würde sich die Anzahl von 790 Filialen um 340 verringern. 

Worin sieht die Bank ihre unternehmerische Verantwortung?

"Unternehmerische Verantwortung ist ein Leitgedanke der Commerzbank: Ökologische, soziale und ethische Kriterien spielen hinsichtlich unserer Unternehmensführung eine zentrale Rolle. Wir wollen mit unserem Kerngeschäft Einfluss auf eine nachhaltige Entwicklung nehmen, unsere Kunden fair und kompetent beraten, unseren ökologischen Fußabdruck stetig reduzieren, unseren Mitarbeitern ein attraktiver Arbeitgeber sein und uns für die Gesellschaft engagieren."

Aha, die Bank will also "unseren Mitarbeitern ein attraktiver Arbeitgeber" sein. 

Und deshalb ... verzichtet der "attraktive Arbeitgeber" auf die Mitarbeiter. Also

Arbeitsplatzabbau

Nach der Vorstandsplanung fällt bundesweit jeder dritte Arbeitsplatz weg. Darauf hat sich der Commerzbank-Vorstand offensichtlich mit dem Konzernbetriebsrat geeinigt. Da nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vollzeitbeschäftigte sind, wird die Anzahl der Entlassungen in die Arbeitslosigkeit über 10.000 liegen. Mit einer Sozialauswahl nach dem Kündigungsschutzgesetz § 1 allein ist das Ziel des Managements nicht zu erreichen. Also muss es "Freiwilligenprogramme" geben. Damit wird versucht, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Entlassung durch Zahlung einer Abfindung abzukaufen - vielleicht so freiwillig wie bei H&M?

Nachtrag vom 12.02.2021 aus Gabor Steingart Morning Briefing:

"Das Institut plant, brutto 10.000 Stellen abzubauen – vor allem im Geschäft mit Privat- und Unternehmenskunden, die zugleich das Rückgrat der Bank bilden sollen. Die Beendigung unprofitabler Kundenbeziehungen – diese wiederum als Folge von Ideenlosigkeit und Nullzinspolitik – sorgt in Kreisen des deutschen Mittelstands für Empörung. Selbst Millionären werden die Konten mittlerweile gekündigt."

Rückstellungen

Der Stellenabbau soll bis 2024 gestreckt werden. Dafür sind Rückstellungen zu bilden. Bei der Commerzbank werden diese Maßnahmen auf der Konzern-"Strategie Commerzbank 5.0" beruhen.

5.0 ist "in" und klingt sehr innovativ.

Der Vorstand der Commerzbank hat am 28.12.2020 im Rahmen seiner Vorstandssitzung beschlossen, 

"weitere Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen von 2021 bis 2024 in Höhe von insgesamt 610 Millionen Euro im vierten Quartal 2020 zu buchen. Diese entfallen auf den Abbau von 2.300 Vollzeitstellen. Die Bildung der Rückstellungen steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Wirtschaftsprüfers.

Im dritten Quartal 2020 hatte die Bank bereits Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von rund 200 Millionen Euro unter anderem für ein Altersteilzeitprogramm gebildet. Aus dieser Maßnahme sowie aus den im vierten Quartal 2020 gebildeten Rückstellungen resultiert ein geplanter Abbau von rund 2.900 Vollzeitstellen."

Rechnen wir mal kurz 610 Mio € + 200 Mio € geteilt durch 2.900 Vollzeitstellen = 279.310 € je Vollzeitstelle.

Möglicherweise von der Entlassung Betroffene sollten aus dem Kalkulationsergebnis jedoch nicht kurzschlüssig ableiten, dass sie eine so hohe Abfindung bekommen. Denn was dem Unternehmen eine Abfindung kostet und was davon bei den Betroffenen aufs Konto fließt, dazwischen liegen Welten.

 

Abfindungsrechner

 

Für das Unternehmen bedeuten solche Rückstellungen nicht zuletzt ...

steuerliche Gewinnminderung  

Rückstellungen bedeutet, dass das Unternehmen aufgrund bestimmter Verpflichtungen in der Zukunft den Gewinn steuerlich mindert. Das ist beispielsweise für drohende Prozesskosten und Pensionen möglich, wenn die Verpflichtungen der Höhe und Fälligkeit nach zum Zeitpunkt der Bildung unbekannt sind. 

Gewinnminderungen in Millionenhöhe führen demzufolge auch zu weniger Steuern für das Unternehmen im Jahr der Rückstellungsbildung.  

Zudem sollen ja durch die Entlassungen mittelfristig auch die Kosten bis 2024 im Vergleich zu 2020 um 1,4 Milliarden Euro verringert werden. In der ZEIT wird liest sich das so:

"Das entspricht einer Einsparung von 20 Prozent der aktuellen Kosten. Zudem wird bis 2024 eine Eigenkapitalrendite von 6,5 bis sieben Prozent angestrebt, heißt es in der Mitteilung der Bank. 2019 lag sie bei 2,3 Prozent".

Und damit sind wir bei der vom Commerzbank-Vorstand angestrebten steigenden

Rendite

"Die Bank plant, ihr Geschäftsmodell zu fokussieren und zu digitalisieren, in allen Bereichen die Kosten erheblich zu reduzieren und ihre Profitabilität bis 2024 deutlich zu erhöhen. Dabei stellt sie künftig konsequent Profitabilität vor Wachstum, etwa wenn es um den effizienten Einsatz von Eigenkapital oder die leistungsadäquate Bepreisung von Produkten und Dienstleistungen geht...

Infolge der Restrukturierung strebt die Commerzbank für das Geschäftsjahr 2024 eine Eigenkapitalrendite (RoTE) von 6,5 bis 7 Prozent an. Die Kosten im Jahr 2024 werden im Vergleich zu den erwarteten Zahlen für 2020 um 1,4 Milliarden Euro beziehungsweise rund 20 Prozent reduziert. Demgegenüber werden die Erträge – exklusive weiteren Wachstums in der mBank – weitgehend stabil erwartet." 

Das freut doch jeden Gesellschafter. 

Fazit: Arbeiten Sie nicht mehr bei der Bank, verzichten Sie auf den Job, kaufen Sie lieber die Aktien - die haben zwar seit 2000 rund 98 % an Wert verloren, könnten aber Dividende bringen.  ;-)

 

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