

Mit einer Abfindung rückt das eigene Einkommen im Auszahlungsjahr spürbar in den Fokus: mehr Liquidität, höhere Steuerlast – wofür nutzen?
Abfindung zum Jahresende steuerlich optimieren
Mit einer Abfindung rückt das eigene Einkommen im Auszahlungsjahr spürbar in den Fokus. Weniger im Blick: Altersvorsorgebeiträge, die genau in diesem Jahr geleistet werden müssen, um steuerlich noch zu wirken, oder um eine Versorgungslücke zu schließen, die später nicht mehr auf diesem Weg zu schließen ist.
Die Annahme, die zu kurz greift
"Wenn ich eine Vorsorgezahlung im Abfindungsjahr steuerlich berücksichtigen kann, ist sie immer sinnvoll."
Diese Annahme übersieht die zweite Seite der Zahlung. Mit Altersvorsorgebeiträgen stärken Sie Ihre spätere Versorgungssicherheit. Zugleich verringern Sie Ihre Liquiditätsreserve, die Sie für Neuorientierung, Qualifizierung oder eine Phase geringerer Einkünfte benötigen.
§ 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG erfasst unter anderem Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung und zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen als Altersvorsorgeaufwendungen. Ob und in welcher Höhe Sie einen konkreten Beitrag steuerlich berücksichtigen können, hängt von gesetzlichen Voraussetzungen, Höchstbeträgen und Ihrer persönlichen Steuerlage ab.
Die Reihenfolge lautet deshalb nicht: Abfindung da, Altersvorsorgebeitrag maximieren.
Sie lautet: Übergang sichern, Versorgungslücke verstehen, Bindung prüfen, steuerliche Wirkung berechnen, Ertrag kalkulieren.
Eine Ausgleichszahlung, die kaum bekannt ist
Nach § 187a SGB VI können Sie bis zum Erreichen Ihrer Regelaltersgrenze Ausgleichszahlungen für Rentenminderungen leisten, die durch eine vorzeitige Inanspruchnahme einer Altersrente entstehen. Sie benötigen dafür eine vorherige Auskunft über die erforderliche Höhe, und Sie müssen erklären, dass Sie eine solche Rente tatsächlich in Anspruch nehmen wollen. Ein berechtigtes Interesse an dieser Auskunft besteht erst nach Vollendung des 50. Lebensjahres.
Wichtig: Sie können Teilzahlungen leisten, bereits gezahlte Beiträge erhalten Sie aber nicht zurück. Eine Ausgleichszahlung ist deshalb keine neutrale Parkposition für Liquidität. Sie setzt voraus, dass ein vorzeitiger Rentenweg tatsächlich zur eigenen beruflichen Planung gehört, nicht nur zu einer vorübergehenden Unsicherheit im Übergang.
Drei Vorsorgeentscheidungen, die unterschiedliche Ziele verfolgen
Laufende oder zusätzliche Altersvorsorgebeiträge, berufsständische oder gesetzliche Versorgung, und der Ausgleich einer Rentenminderung bei vorzeitigem Rentenbeginn, diese drei Entscheidungen können im selben Steuerjahr anstehen. Sie verfolgen aber nicht dasselbe Ziel. Ein laufender Vorsorgebeitrag erhöht die spätere Versorgung. Eine Ausgleichszahlung verändert die Option eines vorgezogenen Rentenbeginns. Beide binden Liquidität, die im Übergang womöglich anderswo gebraucht wird.
Warum die Zeitachse entscheidet
Ihre Einzahlungsphase und Ihre spätere Leistungsphase sind nicht dieselbe Entscheidung. Ein Beitrag, den Sie im Abfindungsjahr steuerlich berücksichtigen können, sagt noch nichts darüber aus, wann und unter welchen Voraussetzungen Sie spätere Leistungen in welcher Höhe erhalten. Das gilt besonders, wenn mehrere Versorgungssysteme nebeneinander bestehen.
Wer die Zukunft vorsorglich absichert, ohne die Gegenwart tragfähig zu halten, hat am Ende beides verloren.
Genau diese Abwägung, Vorsorge gegen Übergangsreserve, ordnet die Exit-Steuerlandkarte im Ratgeber "Nach dem Job: Steuern steuern".
Vom 4. bis zum 8. November: Vorzugspreis
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