Freitag, 8. Oktober 2021

Keine Arbeit, weil Produktion sinkt, aber Gewinne steigen

"Keine Arbeit" trifft nicht nur Arbeitslose, sondern auch Kurzarbeiter, geringfügig Beschäftigte, Frührentner. Doch keine Arbeit kostet Geld - unser Geld!

Keine Arbeit - Gewinne steigen

Im Opel-Werk in Eisenach ruht bis Anfang kommenden Jahres die Produktion. Allen Autoherstellern fehlen seit Monaten vor allem Halbleiter für elektronische Steuergeräte. Der "Ausweg": Fließbänder anhalten - minunter über Monate.

Ein scheinbarer Widerspruch: Trotz voller Auftragsbücher wird kaum produziert bei Mercedes-Benz, Volkswagen, Ford oder BMW...

Demgegenüber wachsen die Gewinne der Unternehmen. Im ersten Halbjahr stiegen sie trotz massiver Produktionsausfälle auf ein Rekordniveau.

"71,5 Milliarden Euro verdienten die 16 größten Autokonzerne der Welt laut einer Auswertung von EY bis zum Sommer ... Die deutschen Hersteller kamen dabei auf eine Marge von 11,2 Prozent, bei BMW betrug sie sogar 14,5 Prozent. Gebaut werden vorrangig diejenigen Modelle, die dem Unternehmen am meisten Gewinn bringen." (welt.de, 03.10.2021)
Das Geschäftsmodell - mehr Gewinn trotz weniger Produktion - funktioniert nur, weil "abhängig beschäftigte Politiker" ihren Beitrag leisten, die Gewinne zu privatisieren und die Kosten zu sozialisieren. Denn Kunden und Steuerzahler müssen kurz- und langfristig die Lasten tragen, auch wenn sie scheinbar zunächst gering sind.
"Dank IG-Metall-Verträgen sind die Abschläge für die Beschäftigten überschaubar. In Eisenach etwa stockt der Stellantis-Konzern, zu dem Opel gehört, das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent des Lohns auf. Die Arbeiter haben also bis 2022 frei und bekommen trotzdem nur zehn Prozent weniger Geld." (welt.de, 03.10.2021)
Was glauben die Leute eigentlich, wie lange dieses Modell der "Schadensminderung" funktioniert?
"Keine Gesellschaft kann fortwährend produzieren, d.h. reproduzieren, ohne fortwährend einen Teil ihrer Produkte in Produktionsmittel oder Elemente der Neuproduktion rückzuverwandeln." (MEW Bd. 23 S. 591)
So notwendig es kurzfristig für Beschäftigte und Gewerkschaften ist "Schadenersatz" für Arbeitsausfall auszuhandeln, dauerhaft hilft nur Arbeit auszuhandeln.

Kurzarbeitergeld oder gar Abfindungen sind nur Placebos für Arbeit.

Sonntag, 11. April 2021

Teile und herrsche - wie Continental das Spiel beherrscht


Bereitgestellt von finanzen.net

"Divide et impera" ("Teile und herrsche") - nach dieser Maxime sicherte schon das alte Rom seine Macht. Heute wird es mehr denn je praktiziert.

Continental teilt seine Standorte neu auf

Wie andere Konzerne sucht auch Continental ("The Future in Motion") ständig nach den günstigsten Verwertungsbedingungen für das Kapital der Großinvestoren - und steigert damit Aktienkurs und Dividende. Für viele Beschäftigte bedeutet demgegenüber der Firmenslogan "The Future in Motion"- "In Zukunft fliegst du raus".

Ob sie bei diesen Zukunftsaussichten tröstet, dass auch Conti-Technikchef Dirk Abendroth den Konzern verlassen hat, darf bezweifelt werden.

Im Continental-Werk im südhessischen Babenhausen sollen dafür in den nächsten Jahren 1.900 der rund 3.300 Jobs vernichtet werden.  

Endgültig will der Autozulieferer Fertigung und Teile der Entwicklung im hessischen Werk Babenhausen bis 2028 schließen.

Auch die Produktion im Elektronik-Zulieferwerk im hessischen Karben soll bis 2024 eingestellt werden. Dabei verlieren nochmals rund 1.100 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz.

Das Aachener Reifenwerk soll bis Ende 2021 geschlossen werden. Auch hier stehen rund 1.800 Beschäftigte vor dem Aus.

Im Zuge dieser "Neuausrichtung des Konzerns" sollen bis Ende des Jahrzehnts 30.000 Stellen in profitablere Länder verlagert, gestrichen oder für neue Qualifikationen umgewandelt werden. Allein in Deutschland sind davon 13.000 Arbeitsplätze betroffen.

Wo Continental bessere AusbeutungsVerwertungsbedingungen findet

Es gibt in anderen Teilen der Welt halt mehr zu verdienen!

"Continental kommt nach Novi Sad, Arbeit für 500 Ingenieure" meldete serbiennachrichten.com schon am 29.05.2017.

In dem Artikel hieß es damals:

"'Serbien geht mit der Firma Continental in die ‚höhere Liga‘ ein, da diese Firma in Novi Sad arbeit für 500 Ingenieure bieten wird, mit einem Bruttogehalt von etwa 2300 Euro', erklärte Premier Aleksandar Vucic. Er sagte, gegen Ende des Jahres könnte das Durchschnittsgehalt in Serbien 440 € oder 445 € betragen."
2018 wurde in serbischen Medien berichtet, dass der Konzern für die Eröffnung eines Forschungs- und Entwicklungszentrums in Novi Sad rund 9,5 Millionen Euro Subventionen bekommen habe. In diesem Zentrum waren die Arbeitsplätze für rund 500 Ingenieure.

Damals kritisierten vor allem einheimische IT-Firmen, dass der Staat ihnen im Gegensatz zu Continental keine Unterstützung gewährt. Zudem befürchteten zahlreiche Firmen, dass Continental ihnen nun die stark umworbenen Mitarbeiter durch höhere Gehälter abwerben könnte und damit die potenzielle Konkurrenz kaputt macht.

Am 01.04.2021 berichteten nun serbische Medien, dass das deutsche DAX-Unternehmen für das Werk in Novi Sad vom serbischen Staat Subventionen in Höhe Unterstützung in Höhe von rund 28 Millionen Euro erhalte - dreimal soviel wie 2018. Das Geld soll bis 2023 ausgezahlt werden, bis dahin soll Continental auch 500 Festangestellte in dem Werk haben.

Vor 30, 40 Jahren hätten Gewerkschaften und linke Parteien in den betroffenen Ländern vielleicht ihre Mitglieder zu solidarischem Handeln aufgerufen: "Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!"

Heute gilt wohl: jeder ist sich selbst der Nächste.

"Arbeitnehmervertreter kritisierten den Beschluss des Konzerns. Michael Vassiliadis, der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE, sprach von einem 'Kahlschlag-Konzept'. 'Continental hat die gesamte Mannschaft vor den Kopf gestoßen, die eigene Unternehmenskultur beschädigt und die betriebliche Mitbestimmung mit Füßen getreten', sagte er."
Für die Beschäftigten in Deutschland heißt das dann wenigsten zu retten, was zu retten ist. Hoffentlich gelingt es den Beschäftigten, die Arbeitsplatzvernichtung vor allem in Aachen und Karben wenigstens mit einer Sozialplanabfindung abzufedern.

Doch selbst dann sollten die Betroffenen noch die Fallen beachten, die mit Abfindungen nach Sozialplan verbunden sein können, beispielsweise bei einer "Sprinterprämie", oder kinderbezogenen Leistungen und mehr...

Samstag, 13. März 2021

Arbeitslosigkeit durch Stellenabbau und Insolvenzen

Arbeitslosigkeit durch Stellenabbau und Insolvenzen wird immer noch mit "Corona-Hilfen" hinausgezögert, auch wenn diese den Titel "Hilfe" kaum verdienen.

Arbeitslosigkeit infolge der "Corona-Pandemie"

Noch immer hoffen viele Unternehmen und deren Beschäftigte der Pleitewelle zu entgehen, die die "Corona-Wahndemie" ausgelöst hat. Auch wenn es ungerechtfertigt ist, alle negativen Wirtschaftsentwicklungen auf "Corona" zu schieben, bleibt doch, dass die Politik zahlreiche Unternehmen in existentielle Schwierigkeiten bringt oder gat in die Pleite treibt.

Die Liste auf corona-blog.net wird täglich länger. Sie liest sich fast wie Todesanzeigen in der Regionalzeitung.

Doch noch immer akzeptieren die meisten Bundesbürger die Außerkraftsetzung des Grundgesetzes, die die Grundrechte, darunter auch die wirtschaftliche Tätigkeit strangulieren. Und in den großen Medien wird mehr über die tollen aussichten nach dem Lockdown spekuliert, als die schnellste Rückkehr zur Normalität gefordert.

Einzelne Richter haben bisher in Urteilen Lockdown und andere Einschränkungen gekippt. Beispielsweise hat das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes die beim „Corona-Gipfel“ von Kanzlerin und Länderchefs vereinbarten Corona-Auflagen für Geschäfte außer Kraft gesetzt. 

Zunehmend gibt es auch einen "stillen Widerstand" gegen die Corona-Regeln. Aber für viele Unternehmen und deren Beschäftigte gibt es immer weniger Chancen.

Wohl denen, die wenigstens noch auf eine Abfindung hoffen können.


 

Mittwoch, 3. Februar 2021

Siemens Energie - 3.000 Stellen sollen in Deutschland abgebaut werden

Siemens Energie soll 3.000 Stellen in Deutschland abbauen, 7.800 insgesamt an allen Standorten. Die Anleger können sich über den Konzerngewinn freuen.

Siemens - Gewinn und Stellenabbau 

Der Siemens-Konzern verabschiedet sich von seinem Chef Joe Kaeser. Kaeser stand mehr als sieben Jahre an der Spitze des Unternehmens. Neuer Chef ist Roland Busch, der in seinem ersten Geschäftsquartal mit einem satten Gewinn von 1,5 Milliarden Euro startet. Dafür müssen bis 2025 insgesamt 7.800 Mitarbeiter gehen – 3.000 davon in Deutschland. 

Betroffen sind vor allem die Bereiche Verwaltung, Vertrieb und Management. Für den Stellenabbau soll durch ein "sozialverträgliches" Konzept mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt werden.

Nochmals zum verdeutlichen: 

Die 1,5 Milliarden Euro Konzerngewinn sind ein Plus von 38 Prozent im Vergleich mit dem von der Corona-Krise noch nicht belasteten Vorjahreszeitraum. Der operative Gewinn im industriellen Geschäft belief sich gar auf 2,128 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte auf vergleichbarer Basis um 7 Prozent auf knapp 14,1 Milliarden Euro. Das ist die Konzernbilanz. Die Anleger freut es.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat schlugen der Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2020 eine Dividende in Höhe von 3,50 Euro pro Aktie auszuschütten.

 

Gleichzeitig ist für Siemens Energy vier Monate nach dem Börsengang der Abbau von 7.800 Jobs geplant.

Begründet wird dies mit einem Überangebot an Gasturbinen auf dem Weltmarkt und sinkender Nachfrage nach Siemens-Technik für Kohlekraftwerke. Daran hätten auch die zahlreichern Neubauten in China und Indien nichts geändert.

Ob sich die Mitarbeiter, die entlassen werden, auch so über das Konzernergebnis freuen?

 

Freitag, 29. Januar 2021

Commerzbank baut 10.000 Stellen ab

Die Commerzbank will 10.000 Vollzeitstellen streichen. Interessant ist dabei der Blick auf ein paar Folgen.

Commerzbank-Vorstand entscheidet 10.000 Vollzeitstellen zu streichen

Die Commerzbank reiht sich ein in die Unternehmen, die in den nächsten Monaten massenhaft Stellen abbauen. Über die Gesellschafter der Bank lässt sich auf wikipedia nachlesen:

"Die Commerzbank ist Mitglied der Cash Group. Mit einer Beteiligung von über 15 Prozent ist die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH größter Einzelaktionär."

Im Rahmen des "Restrukturierungsprogramms" hat das Commerzbank-Management entschieden, 10.000 Vollzeitstellen zu streichen. Das wird verbunden mit der Schließung von 550 Fillialen. Von 1.000 Filialen sollen nur noch 450 erhalten bleiben. In Deutschland würde sich die Anzahl von 790 Filialen um 340 verringern. 

Worin sieht die Bank ihre unternehmerische Verantwortung?

"Unternehmerische Verantwortung ist ein Leitgedanke der Commerzbank: Ökologische, soziale und ethische Kriterien spielen hinsichtlich unserer Unternehmensführung eine zentrale Rolle. Wir wollen mit unserem Kerngeschäft Einfluss auf eine nachhaltige Entwicklung nehmen, unsere Kunden fair und kompetent beraten, unseren ökologischen Fußabdruck stetig reduzieren, unseren Mitarbeitern ein attraktiver Arbeitgeber sein und uns für die Gesellschaft engagieren."

Aha, die Bank will also "unseren Mitarbeitern ein attraktiver Arbeitgeber" sein. 

Und deshalb ... verzichtet der "attraktive Arbeitgeber" auf die Mitarbeiter. Also

Arbeitsplatzabbau

Nach der Vorstandsplanung fällt bundesweit jeder dritte Arbeitsplatz weg. Darauf hat sich der Commerzbank-Vorstand offensichtlich mit dem Konzernbetriebsrat geeinigt. Da nicht alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Vollzeitbeschäftigte sind, wird die Anzahl der Entlassungen in die Arbeitslosigkeit über 10.000 liegen. Mit einer Sozialauswahl nach dem Kündigungsschutzgesetz § 1 allein ist das Ziel des Managements nicht zu erreichen. Also muss es "Freiwilligenprogramme" geben. Damit wird versucht, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Entlassung durch Zahlung einer Abfindung abzukaufen - vielleicht so freiwillig wie bei H&M?

Nachtrag vom 12.02.2021 aus Gabor Steingart Morning Briefing:

"Das Institut plant, brutto 10.000 Stellen abzubauen – vor allem im Geschäft mit Privat- und Unternehmenskunden, die zugleich das Rückgrat der Bank bilden sollen. Die Beendigung unprofitabler Kundenbeziehungen – diese wiederum als Folge von Ideenlosigkeit und Nullzinspolitik – sorgt in Kreisen des deutschen Mittelstands für Empörung. Selbst Millionären werden die Konten mittlerweile gekündigt."

Rückstellungen

Der Stellenabbau soll bis 2024 gestreckt werden. Dafür sind Rückstellungen zu bilden. Bei der Commerzbank werden diese Maßnahmen auf der Konzern-"Strategie Commerzbank 5.0" beruhen.

5.0 ist "in" und klingt sehr innovativ.

Der Vorstand der Commerzbank hat am 28.12.2020 im Rahmen seiner Vorstandssitzung beschlossen, 

"weitere Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen von 2021 bis 2024 in Höhe von insgesamt 610 Millionen Euro im vierten Quartal 2020 zu buchen. Diese entfallen auf den Abbau von 2.300 Vollzeitstellen. Die Bildung der Rückstellungen steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Wirtschaftsprüfers.

Im dritten Quartal 2020 hatte die Bank bereits Restrukturierungsrückstellungen in Höhe von rund 200 Millionen Euro unter anderem für ein Altersteilzeitprogramm gebildet. Aus dieser Maßnahme sowie aus den im vierten Quartal 2020 gebildeten Rückstellungen resultiert ein geplanter Abbau von rund 2.900 Vollzeitstellen."

Rechnen wir mal kurz 610 Mio € + 200 Mio € geteilt durch 2.900 Vollzeitstellen = 279.310 € je Vollzeitstelle.

Möglicherweise von der Entlassung Betroffene sollten aus dem Kalkulationsergebnis jedoch nicht kurzschlüssig ableiten, dass sie eine so hohe Abfindung bekommen. Denn was dem Unternehmen eine Abfindung kostet und was davon bei den Betroffenen aufs Konto fließt, dazwischen liegen Welten.

 

Abfindungsrechner

 

Für das Unternehmen bedeuten solche Rückstellungen nicht zuletzt ...

steuerliche Gewinnminderung  

Rückstellungen bedeutet, dass das Unternehmen aufgrund bestimmter Verpflichtungen in der Zukunft den Gewinn steuerlich mindert. Das ist beispielsweise für drohende Prozesskosten und Pensionen möglich, wenn die Verpflichtungen der Höhe und Fälligkeit nach zum Zeitpunkt der Bildung unbekannt sind. 

Gewinnminderungen in Millionenhöhe führen demzufolge auch zu weniger Steuern für das Unternehmen im Jahr der Rückstellungsbildung.  

Zudem sollen ja durch die Entlassungen mittelfristig auch die Kosten bis 2024 im Vergleich zu 2020 um 1,4 Milliarden Euro verringert werden. In der ZEIT wird liest sich das so:

"Das entspricht einer Einsparung von 20 Prozent der aktuellen Kosten. Zudem wird bis 2024 eine Eigenkapitalrendite von 6,5 bis sieben Prozent angestrebt, heißt es in der Mitteilung der Bank. 2019 lag sie bei 2,3 Prozent".

Und damit sind wir bei der vom Commerzbank-Vorstand angestrebten steigenden

Rendite

"Die Bank plant, ihr Geschäftsmodell zu fokussieren und zu digitalisieren, in allen Bereichen die Kosten erheblich zu reduzieren und ihre Profitabilität bis 2024 deutlich zu erhöhen. Dabei stellt sie künftig konsequent Profitabilität vor Wachstum, etwa wenn es um den effizienten Einsatz von Eigenkapital oder die leistungsadäquate Bepreisung von Produkten und Dienstleistungen geht...

Infolge der Restrukturierung strebt die Commerzbank für das Geschäftsjahr 2024 eine Eigenkapitalrendite (RoTE) von 6,5 bis 7 Prozent an. Die Kosten im Jahr 2024 werden im Vergleich zu den erwarteten Zahlen für 2020 um 1,4 Milliarden Euro beziehungsweise rund 20 Prozent reduziert. Demgegenüber werden die Erträge – exklusive weiteren Wachstums in der mBank – weitgehend stabil erwartet." 

Das freut doch jeden Gesellschafter. 

Fazit: Arbeiten Sie nicht mehr bei der Bank, verzichten Sie auf den Job, kaufen Sie lieber die Aktien - die haben zwar seit 2000 rund 98 % an Wert verloren, könnten aber Dividende bringen.  ;-)

 

Geldbuch




Donnerstag, 28. Januar 2021

Stellenabbau bei H&M - wen trifft es vor allem?

Business Insider berichtete am 26.01.2021 exklusiv, dass der Modekonzern H&M in Deutschland 800 Stellen abbauen will. Wen trifft es vor allem?

Freiwilligenprogramm für Stellenabbau bei H&M

Das schwedische Unternehmen H&M will sich vor allem von Mitarbeitern trennen, die nicht an den umsatzstarken Abendzeiten sowie an Samstagen arbeiten können. Dafür hat die Geschäftsleitung hat dem Gesamtbetriebsrat ein Freiwilligenprogramm vorgeschlagen. Mit dem Abfindungsprogramm sollen Mitarbeiter angeregt werden, freiwillig das Unternehmen zu verlassen. Das Freiwilligenprogramm ist Teil der Entlassungsstrategie des Konzerns. 

Nach eigenen Berichten fand Business Insider nunmehr heraus: Auch langzeiterkrankte und „schwerbehinderte“ Mitarbeiter stehen im Fokus - ebenso Mitarbeiter in Elternzeit. 

"Laut Recherchen von Business Insider handelt es sich bei diesen Mitarbeitern vor allem um junge Mütter. Nach der Veröffentlichung am Dienstag reagierte H&M über den Kurznachrichtendienst 'Twitter' und teilte mit: 'Das Freiwilligenprogramm bei H&M Deutschland richtet sich nicht vorrangig an Mütter und Väter. Wir freuen uns, auch vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die Möglichkeit zu haben, ein Freiwilligenprogramm mit attraktiven Konditionen anbieten zu können.'“

Und für Schwerbehinderte gibt es einen besonderen Bonus:

"'Schwerbehinderte' finden in dem Freiwilligenprogramm Erwähnung. Sie dürfen auf eine zusätzliche Abfindung von 2.500 Euro Brutto beim drittgrößten Modekonzern der Welt hoffen."

Explizit werden in dem Programm folgende Mitarbeitergruppen als "Anspruchsberechtigte" genannt:

  • Visual Merchandiser;
  • Cash Office Responsible;
  • Lagermitarbeiter;
  • Sales Advisor;
  • Department Manager;
  • Department Manager Assistent;
  • die sich derzeit in Elternzeit befinden;
  • langzeiterkrankte Mitarbeiter (Mitarbeiter, die aus der Lohnfortzahlung fallen).

Wer zu wenig Samstage abarbeitet sei ebenfalls "anspruchsberechtigt".

Eine Mitarbeiterin des Konzerns bestätigte gegenüber Business Insider:

"'Es sind hauptsächlich unsere 'Muttis' betroffen, wie wir sie nennen, aber auch Schwerbehinderte. Diese Gruppen sind in den Arbeitszeiten nicht so flexibel. Wir haben viele Alleinerziehende in der Belegschaft. Sie können weder spät abends noch am Wochenende arbeiten, weil sie auf die Kinder aufpassen müssen. In meiner Filiale sind konkret 8 bis 10 Kolleginnen betroffen.'...

'Das, was H&M macht, ist kein Freiwilligenprogramm. Die Mitarbeiterinnen werden direkt in den Filialen unter Druck gesetzt zu unterschreiben. H&M versucht, so auf billige Art und Weise die Kolleginnen aus dem Unternehmen zu kriegen'“.

Business Insider zeigt das Dokument, dass den Fokus des Stellenabbaus bestätigt und hat mit weiteren Betriebsräten und Mitarbeitern gesprochen.

Spitzenpolitiker von SPD, Grünen und der Linken zeigten sich zwar gegenüber Business Insider entsetzt über das Vorgehen des Moderiesen. Das war es aber auch. Dass sie den weitaus größeren staatlich verordneten Stellenabbau durch ihre "Pandemie"-Politik im Interesse weniger Großkonzerne nicht nur mittragen, sondern am liebsten noch verschärfen, wollen sie nicht zur Kenntnis nehmen.  

Bericht und Quelle: https://www.businessinsider.de/wirtschaft/handel/weitere-details-zum-stellenabbau-bei-hm-auch-langzeiterkrankte-mitarbeiter-und-schwerbehinderte-betroffen/

 

 


Donnerstag, 21. Januar 2021

Jobabbau weit und breit - oder doch Aufschwung?

Mit zahlreichen staatlichen "Fördermaßnahmen" wie Kurzarbeit wurden zumindest vorübergehend viele Arbeitsplätze 2020 gerettet. Doch wie das alte Jahr mit Arbeitsplatzabbau endete, so beginnt das neue Jahr:

"43 Prozent der vom VDA befragten Unternehmen haben angegeben, dass sie zwischen fünf und zehn Prozent der Beschäftigten abbauen wollen. Bei 20 Prozent der Zulieferer sollen bis zu 15 Prozent der Mitarbeiter gehen." (handelsblatt.de, 13.11.2020)

"Lufthansa hat Berichte bestätigt, wonach in diesem Jahr bereits 29.000 Jobs wegfallen. Der Personalabbau in Deutschland ist dabei aber noch nicht mitgerechnet. Erst im nächsten Jahr startet der Abbau von rund 10.000 Stellen im Flugbetrieb Inland." (br.de, 07.12.2020)

Messe Frankfurt: "Am Standort Frankfurt sind etwa 1000 Mitarbeiter von Entlassungen betroffen." (faz.net, 10.12.2020)

Douglas: "Die Parfümeriekette wächst im Onlinegeschäft stärker als erwartet – 2020 auf etwa eine Milliarde Euro. Nun will Tina Müller in Deutschland weitere 50 Läden schließen, in Europa rund 500." (manager-magazin.de, 21.01.2021)

Commerzbank: "Aus den gut 800 Standorten der Commerzbank in Deutschland sollen 400 werden". (manager-magazin.de, 21.01.2021)

Die Bundesbank versucht zu beruhigen:

"Die Corona-Schließungen zu Jahresbeginn versetzen Unternehmer und Angestellte in Unruhe. Aus Sicht der Bundesbank besteht aber kein Anlass zur Panik." (spiegel.de, 18.01.2021)

Gilt das nur für bestimmte Aktionäre, oder auch für Arbeitnehmer?

Chart

Quelle: finanzen.net

Wer seinen Job verliert oder wessen Job gefährdet ist, der sucht wohl weniger nach Aktienkursen als vielmehr nach Hilfe bei Kündigung