Sonntag, 5. Juli 2026

Verhalten bei Kündigung im oberen Management

Verhalten bei Kündigung im oberen Management
Auch das Management auf Executive und Management Level ist zunehmend von Kündigung und Aufhebungsvertrag betroffen – und macht dabei Fehler. 

Entscheidungen bei Kündigung im Management greifen oft zu kurz


In einem Interview Ende März 2026 hatte ich Gelegenheit, einige Fragen von André Schneider zu Kündigung und Aufhebungsvertrag im Management zu beantworten:
Verhalten bei Kündigung im oberen Management
Warum ist gerade der Moment nach der Kündigung so kritisch für Führungskräfte?
In diesem Moment passieren zwei Dinge gleichzeitig, die sich eigentlich ausschließen:
Es entsteht massiver emotionaler Druck durch die Angst vor Status- und Kontrollverlust – und
gleichzeitig läuft die Zeit gegen einen. Betroffene fühlen sich überrumpelt und unsicher.
Das ist völlig logisch, denn wer hat schon Übung in einer solchen Ausnahmesituation?
Das Problem ist: Wer jetzt aus dem Reflex heraus nur Risiken und Chancen der Abfindungshöhe
abwägt, verliert das große Ganze aus den Augen. Es werden Weichen gestellt, die später kaum noch
zu korrigieren sind.
Warum ist Fixierung auf die Abfindung zu kurz gedacht?
Die Abfindung ist nur ein Baustein von vielen.
Was meine Klienten wirklich brauchen, ist Transparenz über Szenarien, Fristen und strategische
Hebel. Wir müssen klären: Was passt zur aktuellen Lebenssituation? Wie geht es nach der Trennung
weiter? Wie lange reicht das Kapital nach Steuern wirklich und wie sichern wir die Altersvorsorge?
Es geht darum, Alternativen zum schnellen Abschluss zu finden.
Viele melden sich leider erst, wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken ist. Dann ist der Spielraum
extrem eng. Vorher hätten wir das Spielfeld ganz anders gestalten können.
Warum melden sich so viele Betroffene erst so spät?
Weil Menschen in der Stresssituation nach dem sichersten Anker greifen, den sie kennen.
Sie gehen sofort zum Anwalt oder Steuerberater. Das ist, als würde man bei einem Hausbau zuerst
den Elektriker und den Fliesenleger anrufen. Das sind absolute Fachleute, keine Frage – aber sie
arbeiten in ihren Gewerken. Der Anwalt schaut auf die Paragrafen, der Steuerberater auf die
Steuerlogik.
Was in diesem emotionalen Ausnahmezustand fehlt, ist der Architekt. Jemand, der erst einmal den
Masterplan entwirft und fragt: Welche Entscheidung muss heute getroffen werden, damit morgen
alle Optionen für die Lebensplanung offen bleiben?
Ich sorge für die Entscheidungsarchitektur, bevor die Spezialisten loslegen.
Was sind irreversible Schritte bei Kündigung und Aufhebungsvertrag?
Ein klassisches Beispiel ist das vorschnelle Unterschreiben eines Aufhebungsvertrags unter
Zeitdruck.
Oder das Akzeptieren einer Summe, ohne die steuerliche Wirkung über mehrere Jahre hinweg
betrachtet zu haben.
Auch das Übersehen von Fristen, die Auswirkungen auf die Rente oder das Arbeitslosengeld haben,
gehört dazu. Manchmal ist ein späterer Austrittstermin finanziell viel wertvoller als eine
Einmalzahlung.
Wenn ein Vertrag ohne eine fundierte Strategie unterschrieben ist, lässt sich das Rad meist nicht
mehr zurückdrehen.
Warum fällt es gerade Managern so schwer, in dieser Situation klar zu entscheiden?
Das hat vor allem zwei Gründe.
Erstens fehlt ihnen in diesem speziellen Nischenthema schlicht die Erfahrung. Ich begleite solche
Prozesse seit 1998 in tausenden Fällen – für meine Klienten ist es überwiegend das erste Mal.
Zweitens unterliege ich als Außenstehender nicht dem Druck der eigenen Psyche. Ich kann die
Situation von der Metaebene aus analysieren.
Wenn die gewohnte Rolle im Unternehmen wegbricht, rüttelt das an der Identität. Und unter
existenziellem Stress trifft niemand die besten Entscheidungen. Da braucht es eine externe Struktur
und einen klaren Plan.
Was ist der erste richtige Schritt, wenn eine Kündigung droht?
Hände weg vom Kugelschreiber! Nichts unterschreiben, nichts sofort zusagen.
Gewinnen Sie Abstand und sammeln Sie Fakten.
Wir machen zuerst eine ehrliche Bestandsaufnahme: Rücklagen, Fixkosten, berufliche
Perspektiven, private Lebensplanung.
Erst wenn wir das Fundament kennen, vergleichen wir Optionen und Hebel.
Strategische Souveränität gewinnt man nur durch Information, nicht durch Schnelligkeit.
Wie läuft meine Arbeit vor Anwälten und Steuerberatern konkret ab?
Ich verstehe mich als Regisseur für das Gesamtszenario. Bevor wir die „Bühne“ der Verhandlung
betreten, schaffen wir Klarheit im Drehbuch.
Ich stelle Fragen, die weit über das Juristische hinausgehen: Wie sieht Ihr Lebensmodell in fünf
Jahren aus? Welche Hebel haben wir beim Austrittsdatum, um die Steuerlast massiv zu senken?
Erst wenn das Drehbuch – also die Strategie – steht, holen wir die Spezialisten dazu.
Anwalt und Steuerberater bekommen von uns ein klares Briefing, was rechtlich und steuerlich
abgesichert werden soll. So führen wir die Regie, statt nur Statist in einem Prozess zu sein, den
andere steuern.
Das spart allen Beteiligten Zeit, schont die Nerven und verhindert teure Umwege.
Was sind typische Fehler im Zusammenhang mit Kündigung und Aufhebungsvertrag?
Zu spätes Handeln und der Tunnelblick auf die Abfindungssumme.
Viele glauben auch, dass ein einziger Experte alle Disziplinen abdecken kann – aber Strategie,
Recht und Steuern sind unterschiedliche Felder.
Und der größte Fehler: Entscheidungen aus Angst zu treffen. Angst macht defensiv.
Wer defensiv agiert, verkauft sich unter Wert.
Was verändert sich bei Führungskräften, wenn sie Klarheit gewinnen?
Die Anspannung weicht der Handlungsfähigkeit.
Plötzlich gibt es wieder einen Plan und eine klare Reihenfolge der Schritte.
Der Satz, den ich am häufigsten höre, ist: „Jetzt kann ich zum ersten Mal wieder ruhig schlafen.“
Und diese Ruhe ist Gold wert. Denn wer emotional stabil und strategisch klar ist, verhandelt um
Längen besser.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
- Frühzeitig handeln und Zeit gewinnen: Nichts unterschreiben, bevor die Strategie steht.
- Ganzheitlich denken: Abfindung ist nur ein Teil – Steuern, Rente und Lebensziele gehören
zwingend dazu.
- Strategie vor Taktik: Erst den Plan machen, dann zum Experten für Detailfragen gehen.
- Sich Unterstützung holen: Es geht um Ihr Lebenswerk – behandeln Sie es auch so.
Wo können sich Interessierte weiter informieren oder Kontakt aufnehmen?
Auf www.abfindunginfo.de habe ich einen kompakten Orientierungs-Leitfaden für Fach- und Führungskräfte vorbereitet.
Er hilft Ihnen, innerhalb von Minuten die größten strategischen Risiken in Ihrer aktuellen Situation
zu identifizieren. Das ist quasi die ‚Erste Hilfe‘, um den Druck 'rauszunehmen.
Und wenn Sie mehr Klarheit über Ihre individuelle Strategie wollen, finden Sie dort auch den
direkten Kontakt zu Dr. Thomas Schulze.
André Schneider hat seit 2008 sein "Kundengewinnungslabor" entwickelt. Mit seinem System, das auf den neuesten Erkenntnissen des Neuromarketings beruht, hat er inzwischen mehr als 21.000 Unternehmern und Selbstständigen geholfen, erfolgreich Kunden zu gewinnen. Wer dauerhaft ausgebucht sein will, findet hier die Lösung: https://kundengewinnungslabor.com
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Steuererklärung - Fristen und Fallen
Steuerliche Fristen und Fallen: Warum Manager bei der Steuererklärung oft kein "Kavaliersdelikt" begehen, sondern Kopf und Kragen riskieren.


Steuererklärung – Wenn das "Kavaliersdelikt" zur Steuerhinterziehung wird


Für Steuererklärungen gibt es klare Fristen und Nebenleistungen. Sie gelten im Management oft als lästige Formalität. Ein Verspätungszuschlag hier, ein Säumniszuschlag da – das wird als Kollateralschaden eines vollen Terminkalenders verbucht. Doch diese Nachlässigkeit ist ein gefährlicher Trugschluss. Wer steuerliche Pflichten als "Kavaliersdelikt" betrachtet, gefährdet nicht nur sein Vermögen, sondern seine gesamte berufliche Reputation.

Das Problem beginnt oft schleichend. Ein fehlender Beleg, eine geschätzte Angabe oder ein unbedachtes Ignorieren der Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung. Was als kleine Nachlässigkeit beginnt, kann schnell in den Fokus der Steuerfahndung rücken. Die Grenze zwischen einer Ordnungswidrigkeit und einer Steuerstraftat ist fließend. Wer hier nicht mit der nötigen Präzision agiert, riskiert strafrechtliche Konsequenzen, die weit über finanzielle Einbußen hinausgehen.


Die fatalen Konsequenzen einer fehlerhaften Steuererklärung


Viele Führungskräfte unterschätzen die Brisanz ungenauer oder gar fehlerhafter Angaben in der Steuererklärung. Ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen (Hannover) vom 21. Januar 2026 (FG Niedersachsen, 21.01.2026 - 3 K 78/24) zeigt eindrucksvoll, wie schnell eine vermeintliche Kleinigkeit zur Steuerhinterziehung mutieren kann.

In dem Fall ging es um einen Vertriebsdirektor, der einen Firmenwagen auch privat nutzen durfte. Gegenüber seinem Arbeitgeber gab er die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit 22 Kilometern an. Auf dieser Basis berechnete der Arbeitgeber den geldwerten Vorteil. In seiner Einkommensteuererklärung machte der Manager jedoch die tatsächliche Entfernung von seinem Wohnsitz – 99 Kilometer – als Werbungskosten geltend. Zudem gab er mehr Fahrten an, als tatsächlich stattgefunden hatten.

Die Steuerfahndung deckte nach Jahren die Unstimmigkeiten auf. Das Finanzgericht urteilte unmissverständlich: Die Übermittlung der Einkommensteuererklärung mit den bekannten, fälschlichen Lohndaten ohne aufklärenden Hinweis erfüllt den Tatbestand der Steuerhinterziehung gemäß § 370 Abs. 1 Nr. 1 AO.


„Der einzige Zweck der in Kilometer gefassten Wegstreckenangabe gegenüber dem Arbeitgeber besteht darin, den steuerlichen Vorteil der Firmenwagennutzung des Arbeitnehmers gem. § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG zutreffend zu errechnen. Macht der Arbeitnehmer insoweit bewusst falsche Angaben, handelt er angesichts des sich aufdrängenden Verkürzungserfolgs vorsätzlich.“ (FG Niedersachsen, Urteil vom 21.01.2026, 3 K 78/24)


Besonders brisant: Das Gericht stellte klar, dass für den Vorsatz eine "Parallelwertung in der Laiensphäre" genügt. Aufgrund seiner Vorbildung und Erfahrung hätte der Manager die steuerlichen Auswirkungen seiner Angaben im Wesentlichen erkennen müssen. Die Ausrede, der Steuerberater habe die Angaben eigenmächtig eingetragen, ließ das Gericht nicht gelten. Die Konsequenz: Die Festsetzungsfrist gem. AO § 169 verlängert sich von vier auf zehn Jahre und ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung.


Die Lösung: Strategische Entscheidungsarchitektur statt Blindflug


Wer den Teufel nicht an die Wand malen will, muss vorausschauend handeln. Sie kennen das Sprichwort:


„Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.“


Auch bei einer Steuererklärung ist eine rechtssichere Entscheidungsarchitektur kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit für den Schutz Ihres Vermögens und Ihrer Karriere-Kontinuität.

Es reicht nicht aus, die Belege einmal im Jahr unsortiert beim Steuerberater abzugeben. Governance und Asset-Protection beginnen bei der sorgfältigen Dokumentation und der kritischen Prüfung aller Angaben. Verantwortlich für die richtige und vollständige Steuererklärung sind die Steuerpflichtigen gem. AO § 90 (1):

"Sie kommen der Mitwirkungspflicht insbesondere dadurch nach, dass sie die für die Besteuerung erheblichen Tatsachen vollständig und wahrheitsgemäß offenlegen und die ihnen bekannten Beweismittel angeben."

Und das bestätigen Sie in ihrer Steuererklärung mit ihrer Unterschrift oder elektronischen Abgabe:

Steuerberater erbringen gem. StBerG § 3 nur zur "geschäftsmäßigen Hilfeleistung" befugt. Verlassen Sie sich nicht blind auf Dritte, sondern behalten Sie die Kontrolle über Ihre steuerlichen Angelegenheiten.


Fazit: Sicherheit durch Präzision

Steuerliche Fristen und Vorgaben sind keine Empfehlungen, sondern zwingendes Recht. Wer hier nachlässig agiert, riskiert nicht nur Verspätungszuschläge, sondern im schlimmsten Fall ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung. Sichern Sie Ihren Status und Ihre Reputation durch eine präzise und rechtssichere Navigation im Steuerrecht. Prüfen Sie Ihre Angaben kritisch und halten Sie Fristen penibel ein. Nur so gewährleisten Sie die notwendige Sicherheit für Ihre berufliche und finanzielle Zukunft.

Steuern sparen lässt sich auch ganz legal mit dem Ratgeber!

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