Montag, 16. September 2013

Dicke Abfindung im Einzelhandel - Absolute Ausnahme

Eine "dicke Abfindung" im Einzelhandel ist eine absolute Ausnahme. Famila-Mitarbeiter in Löhne haben es geschafft und sich zudem den Übergang in eine Transfergesellschaft erkämpft.

Abfindung in Höhe von 1,15 Bruttomonatseinkommen

In der Löhner Filiale der Supermarktkette Famila haben 81 Beschäftigten Aufhebungsverträge erhalten. Der Betriebsrat hat mit Unterstützung von Rechtsanwalt Stefan Chatziparaskewas ausgehandelt, dass die Mitarbeiter bis zum 24. September in eine Transfergesellschaft wechseln können.

Zudem bekommen die Beschäftigten des Stammpersonals eine Abfindung in Höhe des 1,15-fachen Bruttomonatseinkommens pro Beschäftigungsjahr.
"Das bedeutet für viele Mitarbeiter, die seit mehr als 20 Jahren im Lebensmittelmarkt auf dem Wittel arbeiten, fünfstellige Summen. Davon müssen allerdings noch Steuern und Sozialabgaben gezahlt werden."
Steuern ja - Sozialabgaben - nein. Hier wird den Mitarbeitern sicher ein Blick auf abfindunginfo.de Klarheit verschaffen.

Interne Stellenangebote für Filialen, in denen die Mitarbeiter weiterbeschäftigt werden können, werden den Betroffenen dagegen kaum nützen, weil sie in entfernten Regionen, wie bespielsweise in Schleswig liegen.

Quelle: nw-news.de, 15.09.2013

Mittwoch, 11. September 2013

Kündigungen - bei Siemens nichts Neues

Traurig, aber war. Seit ich 1998 begonnen habe, mich auf Abfindung und Steuern zu spezialisieren, gehören die Mitarbeiter von Siemens leider immer wieder zu den eifrigsten Nutzern der Informationen und Beratungsangebote. Ob das jetzt anders wird, nachdem die Presse berichtete

Siemens streicht Hunderte Jobs in Bahnsparte

Wieder einmal sollen - aktuell in der Bahnsparte von Siemens - Hunderte Jobs für Ingenieure und Kundenbetreuer wegfallen. Vor allem die Siemens-Werke in Erlangen und Krefeld seien betroffen.
"Mit einem Stellenabbau und Kostensenkungen will Siemens sein in die Verlustzone abgerutschtes Bahngeschäft wieder auf die Spur bringen. Allein am großen Standort Erlangen sollen nach Recherchen der "Welt" 340 der rund 3000 Arbeitsplätze wegfallen."
Zwar heißt es in dem WELT-Beitrag, dass 
"Verzögerungen bei Schlüsselprojekten eine Hauptursache für den Verlust der Bahnsparte im laufenden Geschäftsjahr"
seien. Wie aber gerade Entlassungen von Ingenieuren dazu beitragen sollen, diese Verzögerungen auszugleichen, ist sicher ein Geheimrezept des Siemens-Vorstands.

Den Mitarbeitern ist nur zu wünschen, dass sie wenigstens sozialverträgliche Bedingungen aushandeln. Vielleicht nutzen Sie dafür die Anregungen und Tipps auf abfindunginfo.de

Quelle: WELT, 11.09.2013

Apropos: Siemens und Kündigungen

Dienstag, 3. September 2013

Abfindung für Daxvorstände wegen der Glaubwürdigkeit

Einige Dax-Vorstände müssen derzeit vor allem ihren Hut nehmen, um die Glaubwürdigkeit des Unternehmens zu retten und erhalten dafür eine hohe Abfindung. 

Durchschnittliche Vorstandsabfindung 3,2 Millionen Euro


In der Online-Ausgabe der Westdeutschen Zeitung erschien am 02.09. ein Artikel über Abfindungen für Vorstände, die in einigen DAX-Unternehmen ihren Posten räumen mussten oder müssen. Bemerkenswürdig erschien mir dabei nicht so sehr die Höhe der Abfindung, sondern der Kommentar zu diesem Vorgehen überhaupt.

Ob Commerzbank oder Stada, ob Stahlkonzern Salzgitter oder ZF Friedrichshafen - derzeit müssen wieder einige Vorstände ihre Sessel räumen ... um Kosten zu sparen. Doch das kostet zunächst Geld.
"Im Schnitt überwiesen die 30 Dax-Gesellschaften nach einer Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz im vergangenen Jahr rund 3,2 Millionen Euro pro Vorstand, MDax-Manager kamen auf knapp 1,6 Millionen Euro."
Michael Kramarsch, Partner der Unternehmensberatung Hostettler, Kramarsch & Partner sieht laut WZ-Artikel darin aber weder einen Trend, noch einen Effekt für die Unternehmenssanierung:
"'Ein Vorstand weniger wird kaum ein Unternehmen sanieren, es ist mehr eine Frage der Glaubwürdigkeit gegenüber den Mitarbeitern, vor allem wenn gleichzeitig Personal abgebaut wird'"
Wie begründet er diese harsche Behauptung?

- Einerseits hat er beobachtet, dass manche Unternehmen zwar ihre Führungsspitze verkleinern, gleichzeitig aber die Ebene darunter ausbauen. Wenn ein Vorstand gehen muss, können von dem gleichen Geld etwa zwei Manager der nächstfolgenden Ebene bezahlt werden.

- Einen weiteren Zweifel am Sanierungseffekt begründet er damit, dass Vorstände entlassen werden, die altersbedingt ausscheiden. Beispielsweise wurden zwei der acht Topmanager des Automobilzulieferers ZF altersbedingt in den Ruhestand geschickt und die Positionen nur nicht neu wieder vergeben. Beim MDax-Konzern Salzgitter sei ein Vorstandsposten unbesetzt, zwei Topmanager stünden vor dem Ruhestand.  Auch beim ebenfalls im MDax notierten Arzneimittelhersteller Stada wird die Stelle eines aus persönlichen Gründen ausgeschiedenen Vorstands vorerst nicht besetzt.

- Schließlich kämen solche "eigenartigen" Entscheidungen wie bei der Commerzbank hinzu, die die Verträge mit Ulrich Sieber und Jochen Klösges erst vor einem Jahr bis 2017 verlängert habe. Weil die beiden Vorstände sich nichts zuschulden kommen lassen haben, was einen Grund für eine außerordentliche Kündigung hergäbe, wird die Bank sich wohl mit einer hohen Abfindung  „rauszukaufen“ versuchen.

Fazit: Unternehmenssanierung klingt meist sehr clever und erheischt oft sogar Verständnis bei Außenstehenden ... doch kann sich dahinter auch Augenauswischerei verbergen. Wer muss das bezahlen? - Oder wie sehen Sie das?

Quelle: Westdeutsche Zeitung, 02.09.2013

Dienstag, 27. August 2013

Abfindung - Geld oder "Handräder"

Vielleicht kommt Ihnen der Titel etwas unverständlich vor. Aber ich denke, es lohnt sich, einmal darüber nachzudenken.

Abfindung - Chancen ergreifen



Natürlich bedeutet ein "Goldener Handschlag" zunächst erst einmal eine gewisse finanzielle Sicherheit. Doch diese ist häufig bald aufgefressen ... ähnlich wie bei "Lottogewinnern".

Auch eine Outplacementberatung und andere "soziale Fürsorgeleistungen" können eine Chance für die Zukunft darstellen.

Demgegenüber verbinden viele den Schritt in die Selbstständigkeit mit Risiko, Unsicherheit, Existenzgefährdung. Wie an dem Beispiel der Siko GmbH zu sehen ist, die Günther Wandres anstelle einer Abfindung gründete, muss das aber nicht sein.

Übrigens: Den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, war nicht nur vor 50 Jahren so chancenreich. Haben Sie schon über die Perspektive "Früher erfolgreich im Job - heute erfolgreich selbstständig" nachgedacht. Übrigens gibt es dafür interessante Sörder- und Steuersparmöglichkeiten. Bleiben Sie schön neugierig ...

Donnerstag, 22. August 2013

Steuerzahler sollen Millionen-Abfindung zahlen

Eine Abfindung als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes ist normalerweise vom Unternehmen zu bezahlen ... also letztendlich von den Kunden des Unternehmens. Wenn demnächst zwei Vorstände der krisengeschüttelten Commerzbank mit Millionen-Abfindungen gehen müssten, würden auch die Steuerzahler die Abfindung mitbezahlen.

Steuerzahler müssten Abfindung mitfinanzieren

Der Aufsichtsrat der Commerzbank in Frankfurt am Main will sich von den beiden Vorständen Jochen Klösges und Ulrich Sieber trennen. Beide stehen der Chefs der konzerninternen "Bad Bank" vor und sind seit Juni 2009 im Vorstand. Ihre Verträge laufen jeweils noch 4 Jahre.

Noch wird wohl auch über die Höhe der Abfindungen verhandelt. Wird für die Abfindung nur das Grundgehalt in Höhe von je 500.000 Euro berücksichtigt, das beide Manager bis 2001 erhielten ... oder der Verdienst von 2013, der schon um 250.000 Euro höher lag ... oder auch die Bonuszahlungen? Wenn beide gegen ihre Entlassung klagen sollten, könnten die Entschädigungsforderungen insgesamt wohl über jeweils 2,5 Millionen Euro anwachsen.

Der Bund ist mit 17 Prozent an der Bank beteiligt. Deshalb kann es sein, dass die Abfindungen der ausscheidenden Manager vom Steuerzahler mitgetragen werden müssen. Vor einem Jahr hatte sich das Bundesfinanzministerium noch mit einem Veto gegen eine Millionenabfindung gewehrt.

Übrigens drohen auch zahlreichen weiteren Commerzbank-Beschäftigten Entlassungen. Die 55 Führungskräfte auf der ersten Ebene sollen nach Aussagen von Vorstandschef Martin Blessing um 20 Prozent verringert werden. Auch die zweite Führungsebene wird verkleinert. An der Basis ist der Abbau von mehr als 5.000 Stellen vorgesehen. "
Quelle: RP-Online.de, 07.08.2013

Nachtrag:

Es wird wohl noch etwas dauern ... und Geld kosten, ehe die Entscheidung über die Entlassung und Abfindung der beiden Vorstände fällt. Nach Pressemeldungen droht bei der Commerzbank eine Kampfabstimmung darüber im Aufsichtsrat. Die Vorstände pokern um ihre Abfindungen in Millionenhöhe - die Bundesregierung will nicht zustimmen und der Aufsichtsrat scheint auch nicht einig zu sein.

Quelle: welt.de, 17.10.2013 

Hat die VHV Mitarbeiter mit Abfindung ausgetrickst?

Wer in Verbindung mit einer Kündigung eine Abfindung erhält, akzeptiert betrachtet diese zumeist als gerechtfertigte Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes. Rund 50 ehemalige Mitarbeiter der VHV Allgemeine Versicherung AG in Hannover sehen das wohl nicht so.

Größte Massenklage trotz Abfindung


Bild.de berichtet am 21.08.2013:
"Es ist eine der größten Massenklagen in der Geschichte des Arbeitsgerichts Hannover: 50 Ex-Mitarbeiter des hannoverschen Versicherungskonzerns VHV (2700 Beschäftigte, 2,3 Milliarden Euro Umsatz) kämpfen um ihre alten Arbeitsplätze."
Sie klagen den Konzern der arglistigen Täuschung an, weil ihre Stellen angeblich wegen "Sparmaßnahmen" weggefallen sind ... anschließend aber vielfach durch billigere Leiharbeiter besetzt wurden.

Die Verantwortlichen des Versicherungskonzerns können das gar nicht verstehen. Sie ließen durch ihren Anwalt vor Gericht erklären:
„Es ist niemand gedrängt worden, die Aufhebungsverträge zu unterschreiben. Und es wurden höhere Abfindungen als gesetzlich notwendig gezahlt.“
Wie edel und fair!

"Höhere Abfindungen als gesetzlich notwendig" bedeutet nach BILD-Informationen: 30.000 bis  mehr als 100.000 Euro.

Ein Aufhebungsvertrag setzt immer das Einverständnis des Arbeitnehmers voraus. Wer sich damit sogar vor einer gerechtfertigten betriebsbedingten Kündigung schützen will, gegen die er sich arbeitsrechtlich nicht wehren könnte, muss er nicht mal eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld befürchten - siehe auch "Aufhebungsvertrag ohne Sperrzeit".

Sollte sich jedoch tatsächlich erweisen, dass hier eine arglistige Täuschung der Arbeitnehmer vorliegt, könnte sogar die Arbeitsagentur noch Schadenersatzansprüche geltend machen ...
 
Quelle: Bild.de, 21.08.2013

Steuervorauszahlung nicht ohne Liquiditäts-Check

Steuervorauszahlung ohne Liquiditäts-Check gefährdet bei Führungskräften die Asset-Protection. Wollen Sie dieses Risiko vermeiden? Welche Au...