Donnerstag, 21. Januar 2021

Jobabbau weit und breit - oder doch Aufschwung?

Mit zahlreichen staatlichen "Fördermaßnahmen" wie Kurzarbeit wurden zumindest vorübergehend viele Arbeitsplätze 2020 gerettet. Doch wie das alte Jahr mit Arbeitsplatzabbau endete, so beginnt das neue Jahr:

"43 Prozent der vom VDA befragten Unternehmen haben angegeben, dass sie zwischen fünf und zehn Prozent der Beschäftigten abbauen wollen. Bei 20 Prozent der Zulieferer sollen bis zu 15 Prozent der Mitarbeiter gehen." (handelsblatt.de, 13.11.2020)

"Lufthansa hat Berichte bestätigt, wonach in diesem Jahr bereits 29.000 Jobs wegfallen. Der Personalabbau in Deutschland ist dabei aber noch nicht mitgerechnet. Erst im nächsten Jahr startet der Abbau von rund 10.000 Stellen im Flugbetrieb Inland." (br.de, 07.12.2020)

Messe Frankfurt: "Am Standort Frankfurt sind etwa 1000 Mitarbeiter von Entlassungen betroffen." (faz.net, 10.12.2020)

Douglas: "Die Parfümeriekette wächst im Onlinegeschäft stärker als erwartet – 2020 auf etwa eine Milliarde Euro. Nun will Tina Müller in Deutschland weitere 50 Läden schließen, in Europa rund 500." (manager-magazin.de, 21.01.2021)

Commerzbank: "Aus den gut 800 Standorten der Commerzbank in Deutschland sollen 400 werden". (manager-magazin.de, 21.01.2021)

Die Bundesbank versucht zu beruhigen:

"Die Corona-Schließungen zu Jahresbeginn versetzen Unternehmer und Angestellte in Unruhe. Aus Sicht der Bundesbank besteht aber kein Anlass zur Panik." (spiegel.de, 18.01.2021)

Gilt das nur für bestimmte Aktionäre, oder auch für Arbeitnehmer?

Chart

Quelle: finanzen.net

Wer seinen Job verliert oder wessen Job gefährdet ist, der sucht wohl weniger nach Aktienkursen als vielmehr nach Hilfe bei Kündigung

Mittwoch, 20. Januar 2021

Abfindungsrechner 2021 mit Fünftelregelung-Check

 

Abfindungsrechner 2021 mit Fünftelregelung-Check

Wer in den letzten Tagen den Abfindungsrechner mit Fünftelregelung-Check von abfindunginfo.de heruntergeladen hat, konnte bereits mit den neuen Steuerwerten für 2021 kalkulieren.

 

Was ist neu?

 

Sicher wissen Sie, dass für viele Steuerpflichtige die Steuerbelastung im Jahr 2021 mal wieder sinken soll – insbesondere durch höhere Freibeträge auf den Solidaritätszuschlag.

 

Wie wirkt sich das beispielsweise für Steuerpflichtige nach der Grund- oder der Splittingtabelle aus?

 

Wenn ein normales steuerpflichtiges Einkommen von 20 Tausend Euro zuzüglich einer Abfindung von 180 Tausend Euro angenommen wird, so ergibt sich

  • nach der Grundtabelle 2021 im Verhältnis zum Vorjahr für Einkommensteuer plus Solidaritätszuschlag eine Gesamtersparnis von 543 Euro,
  • nach der Splittingtabelle von 1.738 Euro.

Diese Ersparnis ist überwiegend auf die Senkung des Solidaritätszuschlags zurückzuführen.

 

Im Verhältnis zu den Vorjahren ist das viel. Allerdings würde allein die geplante Erhöhung der Krankenversicherung um 1 bis 1,5 Prozent davon 200 bis 250 Euro auffressen.

 

Von weiteren Inflationsfolgen besonders infolge der Corona-Geldpolitik ganz abgesehen, die in 2020 und 2021 zu Mehrausgaben von Bund und Ländern in Höhe von bisher rund 1,446 Billionen Euro führt. Die Mehrausgaben führen zu weiteren rund 17.500 Euro Staatsschulden je Bürger. Die Schulden tragen letztendlich die Bürger durch höhere Steuern.

 

Deshalb ist jedem nur anzuraten:

 

„Wer die Pflicht hat, Steuern zu zahlen,

hat das Recht, Steuern zu sparen!"
(Urteil des Bundesgerichtshofes von 1965)

 

Zum Download des

 

Abfindungsrechners 2021 mit Fünftelregelung-Check << hier klicken!

 

Viel Erfolg beim Kalkulieren und Steuergestalten

 

Thomas Schulze

Samstag, 16. Januar 2021

Steuererstattung - der frühe Vogel fängt den Wurm

Wenn Sie möglichst frühzeitig im Kalenderjahr Ihre Steuererklärung einreichen, erhalten Sie in der Regel nach kurzer Zeit Ihren Steuerbescheid und ggf. eine Steuererstattung.

Steuererklärung jetzt - Vorteil

Denn Anfang des Jahres sind die meisten Steuerzahler noch im "Winterschlaf".

Vielleicht haben Sie auch einen Horror vor der Arbeit, und schieben die unliebsame Tätigkeit vor sich her. 

Hilft es Ihnen? 

"Die Steuern sind hoch, aber wir werden doppelt so hoch besteuert durch unsere Faulheit, dreimal so hoch durch unsern Stolz und viermal so hoch durch unsere Torheit." (Benjamin Franklin,  1706 - 1790)

Dabei muss es heutzutage für viele gar nicht so schwer sein.

Gibt es doch preiswerte Computerprogramme, die für die meisten Steuerzahler völlig ausreichen. 

Die am besten geeigneten finden Sie unter folgendem Link: 

10 der besten geeigneten Steuerprogramme

Noch ein Tipp, ehe Sie mit einer Steuererklärung beginnen:

Legen Sie alle Unterlagen (möglichst schon geordnet) bereit, die Sie für Ihr persönliches Steuersparprogramm nutzen wollen. 

Für wen lohnt es sich, die unfreiwillige Auszeit jetzt u. a. für die Steuererklärung zu nutzen? 

  • für alle, die aufgrund hoher Werbungskosten oder Betriebsausgaben, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen auf eine Steuererstattung hoffen; 
  • für alle, denen im letzten Jahr aufgrund hoher Einmalzahlungen wie Abfindungen sehr viel Steuern abgezogen wurden; 
  • für alle, die aufgrund einer Steuererstattung dann möglicherweise auch ihre Steuervorauszahlungen senken können - vielleicht sogar ihre einkommensabhängigen Beiträge zur Krankenversicherung. 

Bedenken Sie: 

Die durchschnittliche Steuererstattung beträgt ca. Eintausend Euro. 

Gerade bei Abfindungen kann die Steuererstattung aber schnell mehrere Zehntausend Euro betragen. 

Erst vor kurzem wollte eine Interessentin meiner Steuertipps ihren Augen nicht trauen, als sie für sich fast 20.000 Euro Erstattung kalkuliert hatte - und bat mich um Prüfung. Ich konnte sie beruhigen, es wäre sogar noch mehr drin, wenn sie weitere Gestaltungsmöglichkeiten nutzt. 

Hier geht 's zu den 10 besten Programmen 

Also: Überlassen Sie nicht dem Finanzamt, mit Ihrem Steuern zu arbeiten, holen Sie sich rechtzeitig, was Ihnen gehört.

Sonntag, 10. Januar 2021

Eine wahre Geschichte: Niemand wollte meine Steuern

Diese Geschichte fand ich am 10.01.2021 in einem Forum. Vielleicht hilft sie jemandem beim Steuern sparen. 😊

"Niemand wollte meine Steuern haben!?


Eine wahre Story:

2017 meldete ich mich in Deutschland ab und ging ins (EU-)Ausland. 

Es war geplant, dass ich nur ein paar Monate dort bleibe, aber im Ausland hatte ich mich sofort verliebt...

Ich wohnte zuerst monatelang in AirBnB-Unterkünften (weil ich auch nie wusste, wie lange ich bleiben werde), später in Wohnungen für 1-3 Monate... 

Ich konnte keine Meldekarte kriegen - weil kein fester Wohnsitz. 

Ich begann für eine Firma zu arbeiten, die in einem anderen Land (aber wieder EU) saß. 

Die Firma bezahlte mich auf die Hand, ich sollte es selbst versteuern. 

Noch Ende 2017 und Anfang 2018 fuhr ich nach DE und ging zum Finanzamt.

Dort war ich "Unterhalter", denn die Leute nahmen mich nicht ernst. Sie meinten, ich müsse dort die Steuern zahlen, wo ich meinen Wohnsitz habe.

Also ging ich zum FA des Landes, wo ich wohnte. 

Dort meinten sie, dass sie nicht zuständig wären, weil ich ja offiziell nicht mal einen Wohnsitz in dem Land hatte - ich soll mich an das Land wenden, von wo ich die Aufträge kriege. 

Also ging ich zum Finanzamt dieses Landes - dort meinte man dann, dass sie möglicherweise nicht zuständig sind, weil das, was ich im Home-Office mache, eigentlich ein Angestelltenverhältnis wäre. 

Außerdem verbringe ich mehr als die Hälfte meiner Zeit in dem anderen Ausland - deshalb wären DIE zuständig. 

Ich wollte also in DE und in einem anderen EU-Land und in noch einem EU-Land Steuern zahlen, aber nirgends kam ich weiter. 

Dann wurde ich krank und hörte auf, Geld zu verdienen. 

Mittlerweile hatte ich dann einen fixen Wohnungsvertrag, aber ich konnte damit noch immer keine Meldekarte kriegen, weil das Wohnhaus neu war und erst diverse ortsübliche Prüfungen durchgeführt werden mussten. 

Etwa ein Jahr später hätte ich dann eine Meldekarte kriegen können - aber inzwischen war ich schon Angestellter und plante meine Rückkehr nach DE. 

Ich hatte einen mittleren 5-stelligen Betrag eingenommen und will dafür Steuern zahlen, weil ich auch Angst habe, dass ich da Probleme kriegen könnte. 

Was soll ich nun tun? 

Inzwischen bin ich wieder in DE als Hauptwohnsitz! 

Das Zahlen der Abgaben ist daran gescheitert, dass ich schlicht und einfach keinen gemeldeten Wohnsitz hatte oder kriegen konnte. Und als ich da immer weggeschickt wurde, hatte ich aufgegeben. 

Aber jetzt würde ich das gerne lösen!"

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Donnerstag, 1. Oktober 2020

MAN will rund ein Viertel aller Stellen abbauen

MAN will rund ein Viertel aller Stellen abbauen und kündigt damit eine noch für zehn Jahre zugesagte Beschäftigungssicherung. 

Stellenabbau bei MAN

MAN nutzt die Corona-Krise als Gelegenheit, um einen massenhaften Stellenabbau ind Deutschland und Österreich zu rechtfertigen. Auf der MAN-Webseite ist zu lesen:

"Um die geplante Neuausrichtung für eine erfolgreiche Zukunft von MAN einzuleiten, sieht sich das Unternehmen gezwungen, aus wirtschaftlichen Gründen die für die Standorte in Deutschland und Österreich geltenden Beschäftigungssicherungs- und Standortverträge fristgerecht zum 30. September 2020 aufzukündigen." (mantruckandbus.com, 29.09.2020)

Der Lkw- und Bushersteller hat damit eigentlich noch zehn Jahre gültige Standort- und Beschäftigungssicherung vorzeitig gekündigt. Es ist vorgesehen 9.500 der rund 36.000 Stellen abzubauen.

Diese Kündigung betrifft nicht nur Arbeitsplätze. Darüber hinaus sind auch die übertariflichen Leistungen  eingeschlossen, die in dem Vertragswerk zur Standort- und Beschäftigungssicherung vereinbart waren.

Nach Angaben der Gewerkschaft ist nun jeder zweite MAN-Arbeitsplatz in Deutschland und Österreich gefährdet. Dem Werk im oberösterreichischen Steyr mit 2.200 Beschäftigten droht die Schließung. Ebenso stehen die Werke in Plauen (Sachsen) und Wittlich (Rheinland-Pfalz) zur Disposition.

"Das ist ein Bruch mit unserer Kultur und ein Angriff auf die gesamte Volkswagen-Familie", erklärte VW-Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh." (n-tv.de, 29.09.2020)

Nach der Verkündung diese Managemententscheidung stieg der Aktienkurs von 39,00 € (29.09.2020 08:00 Uhr) auf 40,55 € (30.09.2020 08:00 Uhr).


 

 

Mittwoch, 9. September 2020

Die V-Kurve am Arbeitsmarkt nach Corona

"Minister Altmaier setzt auf die V-Kurve der Konjunktur", meldete RP-Online am 01.09.2020 und zeigte dabei eine schön gezeichnetes Schaubild.

V-Kurve - Traum und Wirklichkeit 

Wie stark sind solche Aussagen von der aktuellen Wirklichkeit geprägt? Nachfolgend ein paar Meldungen aus der Zeit zwischen den Aussagen des Bundeswirtschaftsministers und dem 09.09.2020.

"Zulieferer Schaeffler baut 4400 weitere Stellen ab" https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/autoindustrie-zulieferer-schaeffler-baut-4400-weitere-stellen-ab-/26172844.html 09.09.2020

"Das Coronavirus setzt besonders der Modeindustrie zu. Das trifft auch den deutschen Modemacher Bugatti. Das Familienunternehmen will am Hauptsitz in Herford 100 Stellen streichen." https://www.t-online.de/finanzen/news/unternehmen-verbraucher/id_88544220/bugatti-modemacher-will-am-hauptsitz-jeden-dritten-job-abbauen.html 09.09.2020

"Stellenabbau in Hellenthal Mehr als 200 Schoeller-Mitarbeiter müssen bis 2022 gehen" https://www.ksta.de/region/euskirchen-eifel/hellenthal/stellenabbau-in-hellenthal-mehr-als-200-schoeller-mitarbeiter-muessen-bis-2022-gehen-37315858 09.09.2020"Die Rendsburger Werft Nobiskrug will fast jeden vierten Arbeitsplatz abbauen." https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Rendsburg-Werft-Nobiskrug-kuendigt-massiven-Stellenabbau-an,nobiskrug134.html 09.09.2020
"Airbus will in Norddeutschland mehr als 3.000 Stellen streichen. Allein am Standort Hamburg sind 2.200 Jobs bedroht, in Bremen 445, in Stade 365 und an weiteren Standorten um die 40 Stellen. Die IG Metall Küste befürchtet sogar höhere Zahlen." https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/coronavirus/Airbus-Arbeitnehmer-demonstrieren-gegen-Stellenabbau,airbus1686.html 08.09.2020

"Es bleibe bei dem genannten Personalüberhang von 22.000 Vollzeitstellen im Konzern, was aufgrund der hohen Teilzeitquote etwa 26.000 Beschäftigten entspricht." https://www.n-tv.de/wirtschaft/Lufthansa-Sparkurs-droht-haerter-auszufallen-article22022133.html 08.09.2020
"In der Summe dürften sich die Maßnahmen insgesamt auf weltweit rund 30.000 Arbeitsplätze direkt auswirken. Diese Jobs würden verändert, verlagert oder aufgegeben, so Conti. Rund 13.000 davon befänden sich in Deutschland." https://www.n-tv.de/wirtschaft/Continental-schlaegt-schaerferen-Sparkurs-ein-article22009252.html 01.09.2020
"Ver.di zufolge werden bei dem Warenhauskonzern wohl mehr als 5.000 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz verlieren, knapp 50 Filialen stünden vor dem endgültigen Aus." https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2020-09/galeria-karstadt-kaufhof-glaeubigerversammlung-insolvenz-rettung 01.09.2020
"Die Metallindustrie ist einer der größten Arbeitgeber in Hessen. Nun mussten 10.000 Stellen abgebaut werden – Corona ist jedoch nicht der einzige Grund dafür." https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/wirtschaft/hessens-metallbranche-verliert-10-000-stellen-16931918.html 01.09.2020
Diese Zahlen erscheinen bei allen - teilweise existentiellen - Belastungen für die Betroffenen noch vergleichsweise optimistisch gegen Betriebsergebnisse wie beispielsweise bei Fraport:

An Deutschlands größtem Airport in Frankfurt am Main verzeichnete die Betreibergesellschaft Fraport für das Corona-Quartal Q.2 bei den Passagierzahlen mit 94,4 Prozent einen nie für möglich gehaltenen Rückgang. Im Geschäftsbericht wird ein Umsatzrückgang um -74,5 Prozent auf 249,5 Millionen Euro ausgewiesen. Während der Corona-Aussperrung machte der Konzern monatlich 150 Millionen Euro Verluste, im zweiten Quartal waren es insgesamt rund 223 Millionen Euro.

Die Lufthansa verliert trotz der Hilfe durch Kurzarbeitergeld derzeit rund eine halbe Milliarde Euro pro Monat, jede Stunde rund 700.000 Euro.
 
Wie sehen Sie die Entwicklung an Ihrem Arbeitsplatz?
 
 
Und wer wird die Rechnung für diese Wirtschaft bezahlen? Raten Sie mal.  ;-)