Samstag, 18. Dezember 2010

Halten Sie das für eine "dicke Abfindung"?

Also auch bei den "Bayern" wird es Abfindungen geben. Gemeint sind die "Bayern" in Leverkusen.

RP Online meldete am 22.11.2010:

"Die Rückstellungen von einer Milliarde Euro für den Abbau von weltweit 4500 Stellen läuft auf Kosten pro gestrichener Stelle von 220 000 Euro hinaus. Da aber laut Konzerninsidern in Deutschland grundsätzlich viel höhere Abfindungen als im Ausland gezahlt werden, ist klar, dass pro Mitarbeiter hierzulande mehr als 250 000 Euro eingeplant sind.

Nun handelt es sich dabei nicht unbedingt um "betriebsbedingte Kündigungen". Denn wie die Zeitung berichtet, könnte bis Ende 2012 aufgrund der bisherigen Vertragslage sowieso keiner entlassen werden. Und auch danach müsste gemäß Kündigungsschutzgesetz nach Sozialauswahl gekündigt werden. Es gibt offensichtlich viele Mitarbeiter, die unter diesen Bedingungen fast unkündbar sind.

Da der Konzern aber - aus welchem Grund auch immer - Stellen abbauen will, muss er einfach einigen Mitarbeitern einen "freiwilligen Abschied" versüßen.


Das Wirtschaftsmagazin "Capital" hatte wohl schon einmal berichtet, was für Abfindungen Bayer an Mitarbeiter zahlen muss, die ohne betriebsbedingte Kündigung - also "freiwillig" - gehen sollen. "Der Konzern musste einem 50-jährigen Forscher zweieinhalb Jahresgehälter überweisen, damit der seinen Schreibtisch räumt. Also 30 Monatsgehälter für rund 20 Jahre Arbeit, pro Beschäftigungsjahr somit 1,5 Monatsgehälter. Der Forscher hatte sich bei Bayer nichts zuschulden kommen lassen."

Zum Vergleich: Eine "Regelabfindung" bei betriebsbedingter Kündigung gem. KSchG § 1a beträgt ein halbes Bruttomonatsgehalts pro Jahr Betriebszugehörigkeit.

Stephan Gilow, Geschäftsführer des Verbandes Angestellter Akademiker und Führungskräfte in der Chemieindustrie (VAA) und Jurist, sagte der Zeitung dazu: "Im Schnitt sollte man pro Beschäftigungsjahr bei Bayer mindestens ein Monatsgehalt Abfindung fordern". Gilow gibt auch den Ratschlag: "Mitarbeiter sollten auf keinen Fall einen Aufhebungsvertrag ohne Rücksprache mit einem Anwalt oder Betriebsräten unterschreiben."

Quelle: http://nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/bei-bayer-wird-es-hohe-abfindungen-geben-1.107350

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