Dienstag, 28. Januar 2014

4,7 Millionen Abfindung - Beziehungen schaden nur dem, der keine hat

Ex-Telekom-Chef René Obermann ist als neuer Konzernchef der Lufthansa im Gespräch und kassiert vorab erst einmal nach Informationen der "Rheinischen Post" mindestens 4,7 Millionen Euro an Abfindung bzw. Gehaltsfortzahlung.

Intermezzo mit dicker Abfindung für René Obermann


Nach dem Einstieg beim niederländische Kabelnetzbetreiber Ziggo zu Beginn 2014 wird René Obermann den Chefposten dort verlassen. Ziggo wid vom US-Riesen Liberty Global gekauft. Beste Gelegenheit für René Obermann, um gleich wieder zu gehen. Erhält er doch als Entschädigung erst einmal das ihm bis Ende 2016 "zustehende Grundgehalt" von jährlich 750.000 Euro. Dazu wird ein „Signing Bonus“ von 2,45 Millionen Euro ausgezahlt, auch wenn Ziggo den Vertrag beendet.
"Hinzu kommen einige weitere Vergütungsbestandteile, die bei einer Übernahme ausgezahlt werden. Als Chef der Telekom erhielt Obermann im Jahr 2012 3,8 Millionen Euro inklusive langfristiger Boni. Er verließ die Telekom Ende 2013 freiwillig drei Jahre vor Ende seines zweiten Fünf-Jahres-Vertrages."
Hat Herr Obermann etwa einen Riecher dafür, wie man vorzeitig geht und noch Geld geschenkt bekommt?

Abfindungen sind ja Entschädigungen - für wen eigentlich?

Naja, er muss auch schwer arbeiten für sein Geld. Erinnern Sie sich nur, dass ja die Telekom unter seiner Führung mit ihrer US-Tochter 2012 einen Fehlbetrag von 5,3 Milliarden Euro erwirtschaftete. Doch auch ohne den Sondereinfluss durch die Abschreibungen auf das US-Geschäft verzeichnete die Telekom in dem Jahr im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 11,3 Prozent.

Wollte Herr Obermann mit seinem vorzeitigen Abgang der Telekom weiteren Schaden ersparen?
Das wäre ja sehr ehrenvoll. Allerdings muss er ja auch irgendwie sein Brot verdienen. Bloß gut, dass es da noch ein paar Nebentätigkeiten annehmen konnte, wie beispielsweise den des Aufsichtsratsmitgliedes bei ThyssenKrupp.
"Dass die Wahl auf Telekom-Chef Obermann fällt, ist nicht überraschend. ThyssenKrupp Aufsichtsratschef Ulrich Lehner ist zugleich auch Chefaufseher der Telekom. In der Vergangenheit hatte es schon des Öfteren Personalwechsel zwischen den beiden Konzernen gegeben."
Quellen: Focus Money, 28.02.2013; Focus Money, 09.10.2013; Focus Money, 28.01.2014 

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