Donnerstag, 22. August 2013

Steuerzahler sollen Millionen-Abfindung zahlen

Eine Abfindung als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes ist normalerweise vom Unternehmen zu bezahlen ... also letztendlich von den Kunden des Unternehmens. Wenn demnächst zwei Vorstände der krisengeschüttelten Commerzbank mit Millionen-Abfindungen gehen müssten, würden auch die Steuerzahler die Abfindung mitbezahlen.

Steuerzahler müssten Abfindung mitfinanzieren

Der Aufsichtsrat der Commerzbank in Frankfurt am Main will sich von den beiden Vorständen Jochen Klösges und Ulrich Sieber trennen. Beide stehen der Chefs der konzerninternen "Bad Bank" vor und sind seit Juni 2009 im Vorstand. Ihre Verträge laufen jeweils noch 4 Jahre.

Noch wird wohl auch über die Höhe der Abfindungen verhandelt. Wird für die Abfindung nur das Grundgehalt in Höhe von je 500.000 Euro berücksichtigt, das beide Manager bis 2001 erhielten ... oder der Verdienst von 2013, der schon um 250.000 Euro höher lag ... oder auch die Bonuszahlungen? Wenn beide gegen ihre Entlassung klagen sollten, könnten die Entschädigungsforderungen insgesamt wohl über jeweils 2,5 Millionen Euro anwachsen.

Der Bund ist mit 17 Prozent an der Bank beteiligt. Deshalb kann es sein, dass die Abfindungen der ausscheidenden Manager vom Steuerzahler mitgetragen werden müssen. Vor einem Jahr hatte sich das Bundesfinanzministerium noch mit einem Veto gegen eine Millionenabfindung gewehrt.

Übrigens drohen auch zahlreichen weiteren Commerzbank-Beschäftigten Entlassungen. Die 55 Führungskräfte auf der ersten Ebene sollen nach Aussagen von Vorstandschef Martin Blessing um 20 Prozent verringert werden. Auch die zweite Führungsebene wird verkleinert. An der Basis ist der Abbau von mehr als 5.000 Stellen vorgesehen. "
Quelle: RP-Online.de, 07.08.2013

Nachtrag:

Es wird wohl noch etwas dauern ... und Geld kosten, ehe die Entscheidung über die Entlassung und Abfindung der beiden Vorstände fällt. Nach Pressemeldungen droht bei der Commerzbank eine Kampfabstimmung darüber im Aufsichtsrat. Die Vorstände pokern um ihre Abfindungen in Millionenhöhe - die Bundesregierung will nicht zustimmen und der Aufsichtsrat scheint auch nicht einig zu sein.

Quelle: welt.de, 17.10.2013 

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