Dienstag, 25. Juni 2013

0,225 Monatsgehälter als Abfindung - nicht mal die sind sicher

Die ehemaligen Beschäftigten des Textilherstellers Brennet GmbH in Wehr bangen um ihre Abfindung. Im Sozialplan waren 0,225 Monatsgehälter je Beschäftigungsjahr vereinbart für die Mitarbeiter.

0,225 Monatsgehälter Abfindung sind extrem niedrig


Doch der Firmeninhaber Stefan Denk verkündete am 30. April 2013, dass aufgrund von "Liquiditätsproblemen" nicht einmal diese extrem niedrige Abfindung gezahlt werden könne.

Für die Industriegewerkschaft (IG) Metall will der Inhaber mit seinem Vorgehen die Abfindungen weiter drücken.

"Eine Abfindung von 0,225 Monatsgehältern sei 'selbst in der Textilbranche eine extrem niedrige', schreibt Thomas Wamsler, Geschäftsführer der IG-Metall-Verwaltungsstelle in Lörrach. Jetzt sogar diese 'weit unterdurchschnittliche Abfindung' nicht zahlen zu wollen, 'schürt Spekulationen um die Annahme, dass Denk von vorneherein beabsichtigte, die Schließung (der Brennet-Werke) so billig wie möglich zu machen, und Abfindungen von Anfang an vermeiden wollte'",
wird Wamsler in der Badischen Zeitung vom 24. Juni zitiert.

Aus Sicht der IG Metall wäre es ein klarer Rechtsbruch, das völlige oder teilweise Verweigern der Abfindung ein Rechtsbruch, wenn den Beschäftigten der Rechtsanspruch auf die Abfindung streitig gemacht würde. Die IG Metall werde jedenfalls für ihre Mitglieder im Streitfall auch vor Gericht die Abfindungszahlung durchsetzen.

Dass die IG-Metall mit ihrem Vorwurf einer "extrem niedrigen" Abfindungen gar nicht so falsch liegt, lässt sich auch annähernd einer Studie aus dem Jahr 2009 entnehmen. 


Quelle: Badische Zeitung, 24.06.2013

Nachtrag: Siehe auch Badische Zeitung, 26.04.2013 

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