Donnerstag, 15. März 2012

Endlich wieder eine "dicke" Abfindung

Oh, man konnte schon glauben, die Zeiten der "dicken" Abfindungen sind vorbei ... Gott sei Dank kommt da Rettung: Die Süddeutsche Zeitung meldet am 15.03.2012
"Millionen-Abfindung für Ex-Air-Berlin Chef Hunold"
Wer ist Joachim Hunold? Vor der Zeit bei Air Berlin war er Manager bei LTU. Im Jahr 1991 übernahm er die Mehrheit an der Fluggesellschaft. Von da an entwickelte sich die Gesellschaft von einem kleinen Nischenanbieter zu Europas sechstgrößter Airline. Joachim Hunold führte die Fluggesellschaft Air Berlin bis zum August 2011. Weil die Gesellschaft jedoch sehr angeschlagen war und nicht aus der Krise kam, trat er damals ab. Sein Nachfolger wurde der "Bahnsanierer" Hartmut Mehdorn.
"Nach SZ-Informationen hat ihm der Verwaltungsrat von Air Berlin 'als Entschädigung für den Verlust seiner Position' mindestens 4,09 Millionen Euro zugestanden. Zusammen mit Hunolds regulärem Gehalt summieren sich damit die Einkünfte somit auf gut 4,8 Millionen Euro. Zusätzlich hat Hunold noch erhebliche Pensionsansprüche an seinen früheren Arbeitgeber. Air Berlin wollte sich auf Anfrage zu den Zahlen nicht offiziell äußern."
Lassen wir dahingestellt, ob - wie manche Experten meinen - ohne Hunold Air Berlin niemals so groß geworden wäre, wie das Unternehmen heute ist. Lassen wir auch dahingestellt, ob es allein Hunold zuzuschreiben ist, dass das Unternehmen in den letzten Jahren immer mehr Schwierigkeiten bekam.

Für die meisten Vorstände der Fluggesellschaft soll das Jahr 2011 mit Gehaltseinbußen verbunden gewesen sein. Der Kapitän erhällt jedoch einen "dicke" Abfindung. Da klingt es nahezu mitleiderregend, wenn in der Süddeutschen schießlich zu lesen ist:
"Abfindung hin oder her - auch Hunold hatte eine finanzielle Einbuße an anderer Stelle: Seine 1,95 Prozent, die er noch am Unternehmen hält, sind derzeit nur noch knapp vier Millionen Euro wert. Als die Air-Berlin-Aktie noch gut stand, war es fast das Zehnfache."
 Quelle: Süddeutsche.de, 15.03.2012

PS:

Herr Mehdorn findet übrigens trotz des Rekordverlustes von Air Berlin die Abfindung gut und richtig. So berichtet das HAMBURGER ABENDBLATT am 17.03.2012 unter dem Titel "Air Berlin schreibt Rekordverlust - Mehdorn bleibt bis Ende 2013". Ob Herr Mehdorn bei dieser Aussage mehr an Herrn Hunold oder mehr an sich gedacht hat, ist dem Beitrag nicht zu entnehmen. Aber so ganz abwegig dürfte die Vermutung im Zusammenhang mit der Aussage "Mehdorn bleibt bis Ende 2013" nicht sein ... oder?

Quelle: Hamburger Abendblatt, 17.03.2012

Natürlich gehört eine solche Abfindung zu den "Peanuts" verglichen mit ähnlichen Geldgeschenken in den USA. So soll die New York Times an die im Dezember 2011 gefeuerte Chefin Janet Robinson Abfindungen, Aktienoptionen und Beratergehälter in Höhe von insgesamt knapp 25 Millionen US-Dollar gezahlt haben.

Quelle: techfieber.de, 13.03.2012 

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